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Jahresarbeitsentgeltgrenze
Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), auch Versicherungspflichtgrenze genannt, ist die relevante Einkommensgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), ab der die Versicherungsfreiheit oder Befreiung aus der Versicherungspflicht eintritt. Für das Jahr 2018 liegt die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze bei 59.400 Euro (jährliches Brutto-Arbeitsentgelt). Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird jedes Jahr per Rechtsverordnung an die Veränderung der durchschnittlichen Bruttolohn- und Gehaltssumme angepasst. Bis 2002 war die Jahresarbeitsentgeltgrenze identisch mit der Beitragsbemessungsgrenze. Zum 1. Januar 2003 trat jedoch eine Gesetzesänderung in Kraft, mit der die damalige Bundesregierung den Wechsel gut verdienender Versicherter in die private Krankenversicherung (PKV) erschweren wollte. Seitdem liegt die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze höher als die Beitragsbemessungsgrenze. Für Arbeiter und Angestellte, die am 31.12. des Vorjahres wegen Überschreitens der in dem Jahr gültigen Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei waren und eine der GKV mindestens gleichwertige private Krankenversicherung abgeschlossen hatten, gilt eine besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze. Diese ist identisch mit der Beitragsbemessungsgrenze und liegt 2018 bei 53.100 Euro. Diese Sonderregelung ist als Bestandsschutz für solche Privatversicherte gedacht, die genau zwischen den beiden neuen Jahresarbeitsentgeltgrenzen liegen, damit sie weiter in der PKV verbleiben können. 2007 wurde der Wechsel gut verdienender Versicherter in die PKV durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) weiter erschwert. Denn Versicherungsfreiheit trat erst dann ein, wenn Arbeitnehmer in drei aufeinanderfolgenden Jahren die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten und auch das voraussichtliche Einkommen des Folgejahres oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze lag. Dieses sogenannte „Dreijahresmoratorium“ galt bis zum 31. Dezember 2010 und wurde von der schwarz-gelben Regierungskoalition wieder abgeschafft, so dass seit 2011 wieder ein einmaliges Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze für den Wechsel in die PKV ausreicht.


K

Kalkulationsverordnung
Die „Verordnung über die versicherungsmathematischen Methoden zur Prämienkalkulation und zur Berechnung der Alterungsrückstellung in der privaten Krankenversicherung“ ergänzt das Versicherungsaufsichtsgesetz und enthält Vorgaben zu der nach Art der Lebensversicherung kalkulierten privaten Krankenversicherung. Substitutive Krankenversicherungen müssen, andere Tarife können nach dieser Art und damit mit Alterungsrückstellungen kalkuliert werden. In der PKV haben Versicherer eine sehr enge Vorgabe durch den Gesetzgeber, welche Rechnungsgrundlagen zu verwenden sind. Auch die Anpassung von Beiträgen, die Berechnung von Alterungsrückstellungen sowie von Übertragungswerten bei einem Versichererwechsel werden über die Verordnung vorgegeben.
Kapitalabfindung
Wird eine private Rentenversicherung mit Kapitalwahlrecht abgeschlossen, kann der Versicherungsnehmer zum Ende der Aufschubzeit entscheiden, ob er alternativ zur Rentenleistung eine einmalige Kapitalabfindung in Anspruch nehmen will. Dann wird eine bei Vertragsabschluss vereinbarte Summe zzgl. von  Überschussanteilen auf einen Schlag ausgezahlt.
Kapitaldeckungsverfahren
Das Kapitaldeckungsverfahren stellt die Kalkulations- und Finanzierungsmethode von privaten Individualversicherungen wie der Privaten Krankenversicherung (PKV) dar. Bei diesem Verfahren wird für jeden einzelnen Versicherer ein individuelles Deckungskapital gebildet, in dem die Beitragszahlungen der Versicherten nach Kosten am Kapitalmarkt angelegt werden. Daraus werden alle laufenden wie auch künftigen Leistungen bedient. Im Gegensatz dazu wird die Sozialversicherung, wozu unter anderem die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) gehören, nach dem Umlageverfahren finanziert. Dabei tragen die Beitragspflichtigen die aktuellen Kosten aller Versicherten. Die zunehmend alternde Gesellschaft sorgt mehr und mehr zu Finanzierungsproblemen in diesen Systemen (sog. Generationenkonflikt), da nicht jeder Beitragszahler für seine eigenen Leistungen im Alter aufkommt, sondern für eine immer größer werdende Gruppe älterer Menschen.
Kapitallebensversicherung
Eine Kapitallebensversicherung ist eine kombinierte Versicherung auf den Todes- und den Erlebensfall. Das bedeutet, dass sie während der Vertragslaufzeit bei vorzeitigem Tod der versicherten Person eine Todesfallsumme an die bezugsberechtigte Person leistet. Erlebt die versicherte Person das vorgesehene Ende der Vertragslaufzeit, wird stattdessen die Erlebensfallsumme als Einmalbetrag fällig. Die Kapitallebensversicherung kann daher für verschiedene Motive verwendet werden, sowohl zur Hinterbliebenenabsicherung als auch zur Altersvorsorge. Eine Kapitallebensversicherung kann in verschiedenen Formen abgeschlossen werden, auch mit einem festen Auszahlungszeitpunkt (Termfixversicherung). Wird die Kapitallebensversicherung zu Altersvorsorgezwecken eingesetzt, wird sie steuerlich begünstigt. Bei Verträgen, die mindestens zwölf Jahre Laufzeit aufweisen und bei denen die Leistung erst nach dem vollendeten 62. Lebensjahr der versicherten Person fällig wird, muss nur die Hälfte der Zinserträge versteuert werden. Das bedeutet, dass der Ablaufleistung die eingezahlten Beiträge gegenübergestellt werden und die Differenz aus beiden Beträgen zur Hälfte einkommensteuerpflichtig ist.
Karenzzeit
Zeitraum, in dem der Versicherer nach Eintritt eines Leistungsfalls noch nicht zur Leistung verpflichtet ist. Im Gegensatz zur Wartezeit wird eine Karenzzeit üblicher Weise im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer vereinbart. Hintergrund ist entweder, dass in der Karenzzeit ein anderer „Versorger“ zur Leistung verpflichtet ist (z. B. der Arbeitgeber) oder der Versicherungsnehmer die Beitragshöhe reduzieren möchte, indem er die Karenzzeit verlängert. Beispielsweise wird in Krankentagegeldversicherung eine Karenzzeit für Arbeitnehmer vereinbart, durch die erst nach Ablauf des Zeitraums, in der der Arbeitgeber den Lohn in voller Höhe fortzahlt (i.d.R. sechs Wochen), die Versicherung die finanziellen Einbußen ausgleicht.
Kassenarzt
Ein Kassenarzt, auch Vertragsarzt genannt, ist ein niedergelassener Mediziner, der zur Behandlung von Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zugelassen ist. Er rechnet die Behandlungskosten für GKV-Versicherte über eine Kassenärztliche Vereinigung mit den Krankenkassen ab. Ärzte ohne Kassenzulassung können ihre Leistungen nur auf privatrechtlicher Grundlage abrechnen.
Kieferorthopädische Behandlung
In der privaten Krankenversicherung (PKV) werden die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung in der Regel übernommen, und zwar im Rahmen der für Zahnbehandlung vereinbarten Erstattungssätze, die von Tarif zu Tarif variieren können. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gehören kieferorthopädische Behandlungen nur in schweren Ausnahmefällen zum Leistungsumfang. Erstattet werden dann nach Vorlage eines Behandlungsplans Kosten für die Behandlung von Kiefer- und Zahnfehlstellungen bei Kindern, wenn diese das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen beeinträchtigen. Jedoch müssen 20 Prozent der Kosten als Vorleistung beim Kieferorthopäden gezahlt werden, die nach Abschluss der Behandlung von der Krankenkasse zurückerstattet werden. Über eine private Ergänzungs- oder Zusatzversicherung können kieferorthopädische Leistungen mitversichert werden. Welche Absicherungsmöglichkeiten Ihnen die SDK bietet, erfahren Sie über unsere Produktberatungs-Hotline.
Kindernachversicherung
Neugeborene können innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt rückwirkend ab Geburt in einen bestehenden Krankenversicherungsvertrag aufgenommen werden. In diesem Fall entfällt die allgemeine Wartezeit. Es darf zwar eine Risikoprüfung vorgenommen, aber kein Risikozuschlag erhoben werden. Dies gilt allerdings nur insoweit der Versicherungsschutz für das neugeborene Kind nicht höher oder umfassender als derjenige des Elternteils ist, über den das Kind in die private Krankenversicherung aufgenommen wird. Der Versicherer kann verlangen, dass der Krankenversicherungsvertrag bereits mindestens drei Monate bestanden hat. Auch im Fall einer Adoption eines minderjährigen Kindes kann von der Kindernachversicherung Gebrauch gemacht werden. Hier kann allerdings ein Risikozuschlag höchstens bis zur einfachen Prämienhöhe erhoben werden (vgl. § 198 VVG).
Kombinationsleistung
Unter Kombinationsleistung versteht man nach dem Sozialgesetzbuch die gemeinsame Inanspruchnahme von Sach- und Geldleistungen in der Pflegeversicherung. Nimmt ein Pflegebedürftiger die ihm zustehende Sachleistung nur teilweise in Anspruch, erhält er daneben ein anteiliges Pflegegeld. Die Höhe des Pflegegeldbetrags wird dabei abhängig vom Prozentsatz der verbrauchten Pflegesachleistung berechnet. In der Regel ist der Pflegebedürftige für sechs Monate an die Kombinationsleistung gebunden.
Kostenerstattungsprinzip
In der privaten Krankenversicherung gilt das Kostenerstattungsprinzip. Dabei ist der Privatpatient Vertragspartner des (Zahn-)Arztes oder Krankenhauses und bezahlt die dort erbrachte Leistung. Der private Krankenversicherer erstattet dem Versicherten im Anschluss die Kosten. Im Gegensatz dazu verfährt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) grundsätzlich nach dem Sachleistungsprinzip. Krankenkassen können jedoch einen Wahltarif Kostenerstattung anbieten, seit der letzten Gesundheitsreform auch allen Versicherten und nicht nur den freiwillig Versicherten. Dadurch kann der Kassenpatient wie ein Privatpatient eine privatärztliche Liquidation vereinbaren und eine Kostenerstattung beanspruchen.
Krankengeld
In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird als Einkommensersatz während einer Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld bezahlt. Dieses beträgt maximal 70 Prozent des Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2018: monatlich 4.425 Euro) beziehungsweise maximal 90 Prozent des Nettoeinkommens abzüglich der Arbeitnehmeranteile zur Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung. Das Krankengeld wird nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung längstens für 78 Wochen gezahlt. Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 2.500 Euro beträgt das Brutto-Krankengeld 2.250 Euro. Abzüglich der Arbeitnehmeranteile (je nach kassenindividuellem Zusatzbeitrag unterschiedlich) würde ein Krankengeld von knapp 2.000 Euro ausgezahlt. Der Einkommensausfall liegt in diesem Beispiel bei über 500 Euro. Diese Lücke kann über eine private Ergänzungs- oder Zusatzversicherung, dem sogenannten Krankentagegeld, geschlossen werden. Berechnen Sie hier Ihre Lücke im Krankengeld!
Krankenhaustagegeld
In der privaten Krankenversicherung (PKV) kann für stationäre Krankenhausaufenthalte pro Tag ein der Höhe und Summe nach begrenztes Krankenhaustagegeld vereinbart werden. Dies gilt unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Aufnahme- und Entlassungstage werden in der Regel wie ganze Tage mitberücksichtigt. Mit dem vereinbarten Tagessatz kann der Versicherte die zusätzlichen Kosten wie etwa für Kinderbetreuung, Telefon oder Verpflegung abdecken, die ihm durch den stationären Krankenhausaufenthalt entstehen. Bei gesetzlich Versicherten kann damit beispielsweise die Zuzahlung, die pro Tag eines Krankenhausaufenthaltes anfällt, gedeckt werden. 
Krankentagegeld
In der privaten Krankenversicherung (PKV) wird bei ärztlich bescheinigter Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall als Einkommensersatz ein Krankentagegeld gezahlt. Es darf das nachweisbare Nettoeinkommen beziehungsweise den nachweisbaren Gewinn eines Selbstständigen nicht überschreiten. Basis sind die Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung (MB/KT). Je nach Tarif können Höhe und Beginnzeitpunkt unterschiedlich sein. Im Rahmen einer privaten Ergänzungs- oder Zusatzversicherung können auch Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein Krankentagegeld vereinbaren. Denn in der GKV wird bei Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld bezahlt, das der Höhe nach maximal 70 Prozent des Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze beziehungsweise maximal 90 Prozent des Nettoeinkommens betragen darf. Berechnen Sie hier Ihre Lücke im Krankengeld der GKV!
Krankenversicherung der Rentner
Wer eine Alters-, Hinterbliebenen- oder Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) bezieht und die Vorversicherungszeit erfüllt hat (also mindestens 90 Prozent der zweiten Hälfte der Erwerbstätigkeit Pflicht- oder freiwilliges Mitglied in der GRV war), wird in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversichert. Der Beitrag in Höhe des allgemeinen Beitragssatzes zur GKV wird wie bei Angestellten aufgeteilt. Der Rentner trägt den kassenindividuellen Zusatzbeitrag allein, den Rest zur Hälfte. Die andere Hälfte übernimmt der Rentenversicherungsträger, der den Anteil des Rentners einbehält und diesen zusammen mit dem Beitragsteil der KVdR an den Gesundheitsfonds weiterleitet. Wer mehrere Renten aus der GRV bezieht, zum Beispiel eine Witwen- und eine Altersrente, muss aus jeder Rente Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Beitragspflichtig sind darüber hinaus bis zur aktuellen Beitragsbemessungsgrenze (2018: 4.425 Euro pro Monat) auch Versorgungsbezüge oder Einkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit. Sind Rentenbezieher kein Pflichtmitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, besteht die Möglichkeit, dass aus der Rentenversicherung ein Beitragszuschuss zur privaten oder freiwilligen Krankenversicherung gezahlt wird.
Krankheitskostenteilversicherung
Eine Krankheitskostenteilversicherung ist eine Tarifart der privaten Krankenversicherung (PKV), die im Gegensatz zur Krankheitskostenvollversicherung nur einen Teilbereich abdeckt. Man nennt diese Versicherungen daher Zusatzversicherungen oder Ergänzungsversicherungen. So gilt der Versicherungsschutz beispielsweise nur im ambulanten, nur im stationären oder nur im Bereich Zahnersatz. Ein Großteil der Krankheitskostenteilversicherungen wird von Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als Ergänzungsversicherung oder Zusatzversicherung abgeschlossen, die damit den GKV-Leistungsumfang aufstocken oder erweitern.
Krankheitskostenvollversicherung
Eine Krankheitskostenvollversicherung ist eine Tarifart der privaten Krankenversicherung (PKV), die im Gegensatz zur Krankheitskostenteilversicherung nicht nur einen Teilbereich abdeckt, sondern im Krankheitsfall eine Vollversorgung bietet. Dabei kann der Leistungsumfang über die Absicherung der ambulanten und stationären Krankheitskosten (substitutive Krankenversicherung) hinaus individuell nach dem persönlichen Bedarf erweitert werden. Der Versicherungsschutz in der Krankheitskostenvollversicherung geht an vielen Stellen (unter anderem in den Bereichen Alternative Heilmethoden, Arzneimittel, Heilpraktikerleistungen, Wahlleistungen im Krankenhaus, Zahnbehandlung und -ersatz) über den der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinaus. Zudem haben Privatpatienten die freie Arzt- und Krankenhauswahl. Im Gegensatz zur GKV ist die Krankheitskostenvollversicherung nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanziert. Zudem erfolgt die Beitragskalkulation nicht nach dem Einkommen des Versicherten. Vielmehr ist der Beitrag abhängig von Eintrittsalter und der Gesundheitssituation des Versicherten. Um eine Krankheitskostenvollversicherung abschließen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So darf keine Versicherungspflicht in der GKV bestehen, oder der Versicherte muss sich aus ihr befreien können. Dies können beispielsweise Angestellte, deren Arbeitseinkommen mindestens ein Jahr über der Jahresarbeitsentgeltgrenze gelegen hat.
Kündigung
Willenserklärung einer Vertragspartei, den geschlossenen Versicherungsvertrag zu beenden. Die Willenserklärung ist empfangsbedürftig, muss also in den Einflussbereich der anderen Vertragspartei gelangen, um wirksam zu werden. Kündigungen können fristgemäß zum Ablauf eines Vertrags ausgesprochen werden, wobei eine Kündigungsfrist einzuhalten ist. Diese muss für beide Vertragsparteien gleich lang sein und muss mindestens einen Monat, maximal aber drei Monate betragen (§ 11 Abs. 3 VVG). Dieses Kündigungsrecht darf in bestimmten Fällen eingeschränkt werden, beispielsweise bei Mehrjahresverträgen. In anderen Fällen kann es sogar für den Versicherer ausgeschlossen werden wie im Fall der substitutiven Krankenversicherung. In bestimmten Fällen gibt es auch außerordentliche Kündigungsrechte, unter anderem bei Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht, bei Gefahrerhöhung, bei Nichtzahlung der Versicherungsprämie oder nach einem Schadenfall. Näheres regelt dazu das Versicherungsvertragsgesetz (VVG).
Kündigungsfrist gesetzliche Krankenversicherung
In der Regel haben Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Wahl, in welcher Krankenkasse sie versichert sind. Ein Wechsel der Krankenkasse ist nach Ablauf der 18-monatigen Bindefrist möglich. Dabei beträgt die Kündigungsfrist zwei volle Kalendermonate und beginnt zum Ende des Monats, in dem die Kündigung bei der Krankenkasse eingegangen ist.
Kündigungsrücknahme
In der Regel haben Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Wahl, in welcher Krankenkasse sie versichert sind. Ein Wechsel der Krankenkasse ist nach Ablauf der 18-monatigen Bindefrist möglich. Dabei beträgt die Kündigungsfrist zwei volle Kalendermonate und beginnt zum Ende des Monats, in dem die Kündigung bei der Krankenkasse eingegangen ist.
Kündigungsrücknahme
Ein Kunde kann eine ausgesprochene Kündigung zurücknehmen, indem er eine Kündigungsrücknahme beantragt. Diese muss vor Wirksamkeit der Kündigung mit Ablauf der Kündigungsfrist beim Versicherer eingehen. Der Versicherer ist grundsätzlich frei in seiner Entscheidung, die Kündigungsrücknahme anzunehmen, insofern ist sie wie ein neuer Antrag zu behandeln.
Kurzzeitpflege
Unter Kurzzeitpflege versteht man die vollstationäre Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung für bis zu insgesamt acht Wochen im Kalenderjahr. Die Kurzzeitpflege ist eine zusätzliche Leistung bei bestehender häuslicher Pflege und wird von der Pflegeversicherung unter anderem bei einer kurzfristig erhöhten Pflegebedürftigkeit oder bei Urlaub der Pflegeperson gewährt. Die Pflegeversicherung übernimmt dabei die pflegebedingten Kosten, während die Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung vom Pflegebedürftigen selbst aufgebracht werden müssen. Die Kostenübernahme ist auf 1.612 Euro pro Jahr (für eine notwendige Ersatzpflege bis zu acht Wochen) begrenzt. Die gilt allerdings nur für die Pflegegrade 2 bis 5. Pflegebedürftige Personen mit dem Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat einsetzen, um Leistungen der Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen.


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Leistungsanpassung
Leistungsanpassungen erfolgen in der Regel in Form von Beitragsanpassungen. Diese müssen in der privaten Krankenversicherung (PKV) dann vorgenommen werden, wenn die allgemeinen Krankheitskosten und damit in der Folge auch die Leistungsausgaben im versicherten Tarif und der jeweiligen Altersgruppe steigen. Auch Selbstbeteiligungen können grundsätzlich angepasst werden. Bei außergewöhnlichen und dauerhaften Veränderungen im Gesundheitswesen dürfen auch die Allgemeinen Versicherungsbedingungen und die Tarifbestimmungen angepasst werden. Die Angemessenheit einer solchen Maßnahme muss vom unabhängigen Treuhänder überprüft und bestätigt werden. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kann der Gesetzgeber in den Leistungskatalog eingreifen und Leistungen neu einführen oder, was in der Vergangenheit deutlich häufiger vorgekommen ist, sie aus dem Leistungskatalog streichen. Dies erfolgt meist, um Beitragssatzsteigerungen zu vermeiden oder zu begrenzen.
Leistungsausschluss
Vertragliche Beschränkung der Leistungspflicht des Versicherers. Ausgeschlossen werden Teilrisiken, die entweder unversicherbar oder bereits über andere gesetzliche oder vertragliche Entschädigungsregelungen abgedeckt sind. Es gibt marktübliche Leistungsausschlüsse, die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelt werden. Sehr häufig werden beispielsweise Leistungen ausgeschlossen, wenn Schäden durch Krieg oder durch Kernenergie verursacht werden. Darüber hinaus können auch einzelvertraglich Leistungsausschlüsse vereinbart werden, wenn ein erhöhtes Risiko vorliegt, das von der Versichertengemeinschaft nicht übernommen werden kann. Beispielsweise können bestimmte Vorerkrankungen dazu führen, dass ein Leistungsfall absehbar und nicht mehr ungewiss ist. Um dem Kunden überhaupt Versicherungsschutz anbieten zu können, wird einzelvertraglich ein Ausschluss der Leistung im betroffenen Bereich vereinbart.
Logopädische Therapie
Die Logopädische Therapie gehört zu den Heilmitteln, deren Kosten in der privaten Krankenversicherung (PKV) und gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Regel erstattet werden. Behandelt werden dabei Menschen mit eingeschränkter zwischenmenschlicher Kommunikationsfähigkeit infolge einer Beeinträchtigung des Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Hörvermögens. Logopädisch therapiert werden zu einem Großteil Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter mit Sprachentwicklungsverzögerungen oder -störungen, um Schwierigkeiten beim Schriftsprachenerwerb vorzubeugen. Aber auch Schlaganfall- und Demenzpatienten benötigen oft diese Therapieform.
Lohnfortzahlung
Bei Arbeitsunfähigkeit zahlt der Arbeitgeber in der Regel den Lohn beziehungsweise das Gehalt für die ersten sechs Wochen weiter. Danach wird Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), sofern vereinbart, von ihrer Krankenkasse ein Krankengeld gezahlt. Dieses ersetzt das Nettoeinkommen nur teilweise. Gezahlt werden maximal 70 Prozent des Brutto- bzw. 90 Prozent des Nettogehalts, von dem noch die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung außer der Krankenversicherung abgezogen werden. Faktisch muss ein Arbeitnehmer mit mehr als 20 Prozent Nettoeinkommensminderung rechnen. Noch höher fällt diese bei Personen aus, deren Gehalt die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, weil das Krankengeld nur aus dem Gehalt bis zu dieser Grenze berechnet wird. Um diese Differenzen abzusichern, können GKV-Versicherte als Ergänzungsversicherung einen Krankentagegeld-Tarif bei einem privaten Krankenversicherer abschließen. Wie hoch Ihre finanziellen Einbußen sind, können Sie ganz bequem mit unserem Krankentagegeldbedarfsrechner  ermitteln. Privatpatienten erhalten je nach Vereinbarung ein Krankentagegeld bis maximal zur Höhe des letzten Nettogehalts.
Lebensnachweis
Ein Rentenversicherer kann nach den Versicherungsbedingungen vor einer Rentenzahlung oder Kapitalabfindung einen Lebensnachweis verlangen. Dieses  Dokument belegt, dass die versicherte Person noch am Leben ist. In der Regel wird der Lebensnachweis durch eine Bestätigung einer Behörde, z.B. dem zuständigen Bürgeramt der Stadt- oder Gemeindeverwaltung des Wohnortes erbracht.


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Medizinischer Dienst
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) nimmt als Sachverständigenrat der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) medizinische, zahnmedizinische und pflegerische Beratungs- sowie Begutachtungsfunktionen wahr, die in § 275 SGB V (Sozialgesetzbuch V) geregelt sind. In der gesetzlichen Pflegeversicherung übernimmt der MDK die Begutachtung und Überprüfung, ob und in welchem Ausmaß bei einer Person Pflegebedürftigkeit vorliegt und empfiehlt daraufhin im in der sogenannten Pflegebegutachtung einen Pflegegrad. In der gesetzlichen Pflegeversicherung übernimmt der MDK die Begutachtung und Überprüfung, ob und in welchem Ausmaß bei einer Person Pflegebedürftigkeit oder eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt und empfiehlt daraufhin eine Pflegestufe. In der privaten Pflegeversicherung ist dafür die Medicproof GmbH (http://www.medicproof.de/) zuständig, eine Tochtergesellschaft des PKV-Verbands.
Mitglied
Beim Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) sind die Kunden zugleich Mitglieder, das heißt Inhaber und Träger des Unternehmens, ähnlich den Genossen bei einer Genossenschaft. Die Mitgliedschaft kommt automatisch mit dem Abschluss eines Versicherungsvertrags zustande. Manche VVaG lassen ausnahmsweise auch zu, dass ein Kunde nur Versicherungsnehmer und nicht auch Mitglied wird. Dies ist bei der SDK bei der Auslandsreisekrankenversicherung der Fall. Das Mitglied kann verschiedene Rechte und Pflichten erlangen, Näheres regelt die Satzung des VVaG. Das wichtigste Recht besteht bei kleinen VVaG darin, an der Mitgliederversammlung (oberste Vertretung) teilzunehmen und über grundsätzliche Fragen des Versicherers mitzuentscheiden. Bei großen VVaG – wie auch bei der SDK – ist eine Versammlung aller Mitglieder nicht praktikabel. Hier besteht das Recht des einzelnen Mitglieds darin, sich in eine Mitgliedervertreterversammlung wählen zu lassen. Über die Hinzuwahl von Mitgliedervertretern entscheidet die Mitgliedervertreterversammlung. Eine VVaG unterscheidet sich somit wesentlich von der ebenfalls branchenüblichen Aktiengesellschaft (AG). Bei einer AG sind die Aktionäre Inhaber des Unternehmens, unabhängig davon, ob sie auch Kunden sind. Meist verfolgen diese Personen eher finanzielle Interessen als Anleger, wie zum Beispiel die Gewinnmaximierung.
Musterbedingungen
Hierbei handelt es sich um Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) in der privaten Krankenversicherung, die den Versicherungsunternehmen unverbindlich zur Anwendung empfohlen werden. Sie werden vom Verband der Privaten Krankenversicherung ausgegeben. Beispiele: MB/KK Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung MB/KT Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung MB/PPV Allgemeine Versicherungsbedingungen für die private Pflegepflichtversicherung MB/EPV Musterbedingungen für die ergänzende Pflegekrankenversicherung. Die Krankenversicherer verwenden in der Regel die MB und ergänzen diese durch ihre Tarifbedingungen, oft dargestellt als besonders hervorgehobene Einschübe. Damit wird deutlich gemacht, in welchen Punkten die jeweiligen Versicherungsbedingungen von den Musterbedingungen abweichen. Bei der SDK sind die Musterbedingungen in schwarzer und die SDK-individuellen Tarifbedingungen in blauer Schrift in den AVBs hinterlegt.


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Nachtpflege
Die Nachtpflege ist wie die Tagespflege eine teilstationäre Leistung der Pflegeversicherung. Im Rahmen der Nachtpflege werden Pflegebedürftige von ausgebildeten Pflegefachkräften nur während der Nacht gepflegt. Die Kostenübernahme erfolgt in Abhängigkeit vom Pflegegrad bis zu den jeweiligen Höchstgrenzen, die auch für Pflegesachleistungen gelten. (Pflegegrade 2 bis 5). Pflegebedürftige Personen mit dem Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat einsetzen, um Leistungen der Nachtpflege in Anspruch zu nehmen.
Nachversicherung
Erweiterung eines bestehenden Krankenversicherungsvertrags um bestimmte weitere versicherte Personen oder des Leistungsanspruchs in einer bestehenden Krankenversicherung. Dies ist unter bestimmten Voraussetzungen teilweise ohne Gesundheitsprüfung sowie ohne Wartezeiten nach Eheschließung, bei Geburt eines Kindes oder bei Reduzierung des Beihilfeanspruchs von Beamten möglich.
Naturheilverfahren
Unter Naturheilverfahren versteht man solche Behandlungen, die den Körper durch Naturheilmittel zur Selbstheilung anregen sollen. Dazu zählen unter anderem Aromatherapie, Bewegungstherapie, Homöopathie, Physikalische Therapie, Sauerstofftherapie und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM).   In der privaten Krankenversicherung (PKV) gehören die Naturheilverfahren je nach Tarif zum Leistungsumfang. In der gesetzlichen Krankenversicherung werden naturheilkundliche Behandlungen in aller Regel nicht übernommen. Über eine private Ergänzungsversicherung kann diese  Lücke geschlossen werden. Die SDK hat hierfür den Tarif NATURprivat  im Angebot, der alle Leistungen nach dem Hufelandverzeichnis erstattet.
Nettoverzinsung
Die Nettoverzinsung ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die aufzeigt, welche Verzinsung ein privater Krankenversicherer aus seinen Kapitalanalgen erzielt. Zur Ermittlung der Nettoverzinsung wird das Kapitalanlageergebnis in Relation zum mittleren Bestand der Kapitalanlagen gesetzt.