V-Z

V

Verbandmittel
Unter Verbandmitteln versteht man Produkte, mit denen oberflächengeschädigte Körperteile bedeckt oder deren Körperflüssigkeit aufgesaugt werden. Dazu zählen unter anderem Mittel zur feuchten Wundversorgung, Kompressen, Stütz-, Entlastungs-, Steif- oder Kompressionsverbände sowie Wund- und Heftpflaster. Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben Anspruch auf Versorgung mit medizinisch notwendigen Verbandmitteln. Volljährige GKV-Versicherte müssen in aller Regel eine Zuzahlung zu Verbandmitteln leisten, die sich auf 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro beläuft. Bei Preisen unter 5 Euro muss also der volle Preis entrichtet werden. In der privaten Krankenversicherung (PKV) richtet sich der Anspruch auf Verbandmittel nach den jeweiligen Tarifbestimmungen.
Vermögenswirksame Leistungen
Auszubildende und Arbeitnehmer haben meist tarifvertraglich Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers. Diese können unter anderem in einer Kapitallebensversicherung angelegt werden. Die Lebensversicherung sollte mindestens zwölf Jahre laufen und nicht vor dem Alter 62 Jahre ausgezahlt werden, da sonst Abgeltungssteuer fällig wird. So wird nur die Hälfte der Erträge (Ablaufleistung abzüglich eingezahlter Beiträge) der Einkommensteuer unterworfen. Damit stehen zwar die vermögenswirksamen Leistung nicht wie bei anderen Anlageformen alle sieben Jahre zur Auszahlung zur Verfügung, aber der Arbeitnehmer kann so auch mit relativ kleinen Beiträgen sowohl einen Todesfallschutz als auch einen Baustein für die Altersvorsorge aufbauen. Üblich ist mittlerweile auch, im Rahmen einer Gehaltsumwandlung auf die vermögenswirksamen Leistungen zu verzichten und dafür eine betriebliche Anwartschaft z.B. in Form einer Rentendirektversicherung zu erhalten (Direktversicherung der SDK). Auch unsere SDK Lebensversicherung bietet eine Kapitallebensversicherung zur Anlage vermögenswirksamer Leistungen an.
Verrrentung
Unter Verrentung versteht man die Umwandlung eines aktuell vorhandenen Geldbetrages in periodisch in der Zukunft anfallende Rentenzahlungen. Beispiel: Ein Versicherter erhält eine größere Ablaufleistung einer Kapitallebensversicherung ausbezahlt und möchte daraus eine lebenslängliche Altersversorgung sicherstellen. Er zahlt die Leistung in eine sofortbeginnende Rentenversicherung ein.
Versicherer
Unter Versicherer oder Versicherungsunternehmen ist ein Unternehmen zu verstehen, das gewerbsmäßig Versicherungsschutz anbietet. Dafür ist eine Zulassung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erforderlich. Versicherungsunternehmen dürfen aufgrund der so genannten Spartentrennung nur bestimmte Sparten betreiben, beispielsweise Lebens- oder Kranken- oder Schadenversicherung. Aus diesem Grund haben sich viele Versicherungskonzerne gebildet, die mehrere Versicherungsunternehmen für die verschiedenen betriebenen Sparten umfassen. Daher ist bei der SDK häufig auch von einer Unternehmensgruppe die Rede. Hierzu gehören die Süddeutsche Krankenversicherung e.G., die Süddeutsche Lebensversicherung a.G. und die Süddeutsche Allgemeine Versicherung a.G. Hinter zuletzt genannten verbirgt sich die Sparte der Unfallversicherung. Europäische Versicherungsunternehmen dürfen im Rahmen der Dienstleistungs- oder der Niederlassungsfreiheit in Deutschland tätig werden. Sie werden von der Versicherungsaufsicht ihres Heimatlandes überwacht, müssen aber der BaFin ihre Geschäftstätigkeit mitteilen. Andere ausländische Versicherungsunternehmen brauchen eine Genehmigung für die Aufnahme der Geschäftstätigkeit in Deutschland. Auf den Internetseiten der BaFin finden sich Listen der Versicherer, die in Deutschland Versicherungsschutz anbieten dürfen.
Versicherte Person
Diejenige Person, auf deren Leben und Gesundheit eine Versicherung abgeschlossen wird. Die versicherte Person (VP) kann, muss aber nicht mit dem Versicherungsnehmer (VN) identisch sein. In der Lebensversicherung muss die VP, die nicht mit dem VN identisch ist, der Versicherung schriftlich zustimmen, sofern die Versicherungssumme größer ist als diejenige einer typischen Sterbegeldversicherung zur Deckung von Beerdigungskosten(vgl. § 150 VVG). Auch in der Unfallversicherung muss die VP schriftlich zustimmen, wenn sie nicht mit dem VN identisch ist (vgl. §179 VVG).
Versichertenkarte für gesetzlich Versicherte
Die Versichertenkarte (auch elektronische Gesundheitskarte) gilt als Berechtigungsnachweis für die Inanspruchnahme von vertragsärztlichen Versorgungsleistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Auf ihr sind unter anderem die Krankenkasse sowie die Adress- und Namensdaten, die Krankenversichertennummer und der Versichertenstatus des Karteninhabers gespeichert.
Versicherter
Landläufig wird als Versicherter der Versicherungsnehmer (VN) bezeichnet, das heißt der Vertragspartner des Versicherers. Allerdings unterscheidet man VN und Versicherte Person, da beide im Fall von Personenversicherungen nicht immer identisch sind.
Versicherungsaufsichtsgesetz
Das „Gesetz über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen“ oder kurz VAG enthält grundlegende Bestimmungen zur Aufnahme und zum Betrieb von Versicherungsgeschäften. Ihm unterliegen grundsätzlich alle Versicherungsunternehmen mit Ausnahme der Sozialversicherungsträger, Pensionsfonds sowie Zweckgesellschaften zur Abwicklung von Versicherungsgeschäften. Versicherungsunternehmen benötigen grundsätzlich eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), um den Geschäftsbetrieb aufnehmen zu können. Versicherungsunternehmen aus dem EU-Ausland können im Wege des Dienstleistungsverkehrs oder über eine Niederlassung in Deutschland tätig werden, sie werden von der Versicherungsaufsicht ihres Sitzlandes überwacht. Auf welche Unternehmen dies zutrifft, darüber informiert die BaFin auf ihren Internetseiten. Die substitutive Krankenversicherung dürfen allerdings nur inländische Krankenversicherungsunternehmen anbieten. Umfangreiche Vorgaben des VAG betreffen unter anderem den Geschäftsbetrieb, die Geschäftsleitung, die Kapitalausstattung, die Rechnungslegung und die laufende Aufsicht von Versicherungsunternehmen. Spezielle Vorschriften betreffen die Private Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Weitere Details finden sich in der Kalkulationsverordnung, deren Ermächtigungsgrundlage im VAG geregelt ist.
Versicherungsbeginn
Bei Versicherungsverträgen können drei Arten des Versicherungsbeginns unterschieden werden: Formeller Beginn: Zeitpunkt, zu dem der Vertrag zustande kommt. Dies geschieht üblicherweise dadurch, dass der Versicherer einen Antrag des Kunden durch Zusendung des Versicherungsscheins oder einer formlosen Annahmeerklärung annimmt.   Materieller Beginn: Zeitpunkt, ab dem der Versicherer leisten muss, sofern ein vertraglich vereinbartes Schadenereignis oder ein Leistungsfall eintreten. Dieser Beginn geht aus dem Versicherungsvertrag hervor, zusätzlich muss allerdings der Kunde grundsätzlich auch die vereinbarte Prämie geleistet haben.   Technischer Beginn: Zeitpunkt, ab dem der Kunde die Prämie zu zahlen hat. Der Beginntermin wird im Versicherungsschein (Police) genannt.  
Versicherungsdauer
Bei Lebensversicherungen und Berufsunfähigkeitsversicherungen der Zeitraum zwischen dem technischen Versicherungsbeginn und dem Ablauf der Versicherung.   Bei Rentenversicherungen wird der Zeitraum zwischen dem technischen Versicherungsbeginn und dem Rentenbeginn als Aufschubdauer bezeichnet.
Versicherungsfall
Als Versicherungsfall gilt nach den Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK) die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen. Der Versicherungsfall beginnt mit der Heilbehandlung und endet, wenn nach medizinischem Befund keine Behandlungsbedürftigkeit mehr besteht. Auch die Entbindung, Untersuchungen und medizinisch notwendige Behandlungen wegen Schwangerschaft sowie gezielte Vorsorgeuntersuchungen (ambulante Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten nach gesetzlich eingeführten Programmen) gelten als Versicherungsfall.
Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote
Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die angibt, wie viel von den verdienten Bruttobeiträgen übrig bleibt, nachdem sämtliche Kosten abgezogen wurden. Dazu zählen die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen sowie der Schadenaufwand. Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote erlaubt eine zusammenfassende Betrachtung der wirtschaftlichen Gesamtsituation eines privaten Krankenversicherers. Eine positive Quote bedeutet, dass der kalkulierte Beitrag insgesamt zur Abdeckung aller Aufwendungen ausgereicht hat.
Versicherungsmedizinischer Zuschlag
Häufig auch als Risiko- oder Beitragszuschlag bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Prämie in der privaten Krankenversicherung, die zum Ausgleich eines erhöhten versicherungsmedizinischen Risikos erhoben wird. Grundlage ist die Gesundheitsprüfung anhand der Angaben, die die versicherte Person im Antrag macht oder die ergänzend von den behandelnden Ärzten geliefert werden. Im Tarifbeitrag einer privaten Krankenversicherung ist ein normales Risiko einer zum Vertragsschluss gesunden Person abgebildet. Ergibt sich aus der Gesundheitsprüfung jedoch eine Vorerkrankung oder Vorbelastung, die aus versicherungsmedizinischer Sicht zu einer höheren Eintrittswahrscheinlichkeit und einem größeren Ausmaß von Leistungsfällen führt, reicht der Tarifbeitrag nicht aus.
Versicherungsnehmer
Der Versicherungsnehmer (VN) ist Kunde und damit Vertragspartner eines Versicherers. Dabei genießt er gesetzliche Rechte auf Information, Beratung, Dokumentation sowie Schadenersatz bei Verletzung dieser Pflichten. Kommt der Versicherungsvertrag zustande, hat der VN Rechte und Pflichten aus dem Versicherungsvertrag. Das wichtigste Recht ist die vertraglich vereinbarte Leistung, die wichtigste Pflicht die Beitragszahlung. Der VN muss nicht personenidentisch mit der versicherten Person sein.
Versicherungsnehmer-Wechsel
Übertragung der Versicherungsnehmer-Eigenschaft auf einen neuen Versicherungsnehmer bei Arbeitgeber-Wechsel im Rahmen der bAV oder im Privatkundenbereich.
Versicherungspflicht
Für Arbeitnehmer besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Sozialversicherung, zu der die fünf Zweige gesetzliche Rentenversicherung (GRV), gesetzliche Krankenversicherung (GKV), gesetzliche Unfallversicherung, soziale Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung gehören. Versicherungspflicht in einigen Versicherungszweigen besteht zudem für bestimmte Selbstständige, beispielsweise Künstler und Journalisten oder solche Unternehmer, die ihre Einnahmen im Wesentlichen von einem Auftraggeber beziehen und selbst keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen. In der GKV ist eine Befreiung von der Versicherungspflicht möglich, wenn ein Arbeitnehmer mindestens ein Jahr ein Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (auch Versicherungspflichtgrenze genannt) erzielt hat. Für das Jahr 2018 sind dies jährlich 59.400 Euro beziehungsweise monatlich 4.950 Euro Brutto-Arbeitsentgelt.
Versicherungspflichtgrenze
Siehe Jahresarbeitsentgeltgrenze.
Versicherungsschein
Auch Versicherungspolice (österr.: Versicherungspolizze) genannt. Der Versicherungsschein verbrieft den vereinbarten Versicherungsschutz und dient damit dem Kunden zu Beweiszwecken. Zudem stellt die Zusendung des Versicherungsscheins in der Regel die Annahme eines Antrags dar, das heißt eine Willenserklärung des Versicherers. Speziell in der Lebensversicherung hat der Versicherungsschein eine einem Wertpapier ähnliche Funktion, indem der Kunde oder ein Bezugsberechtigter nur gegen Vorlage der originalen Versicherungsscheins berechtigt ist, die Versicherungsleistung zu verlangen. Der Versicherer ist verpflichtet, dem Kunden einen Versicherungsschein auszustellen. Dieser ist in Textform, üblicherweise auf Papier oder auch als speicherbare Datei, auszustellen, auf Verlangen aber auch als Urkunde, das heißt auf Papier mit Originalunterschriften. Geht der Versicherungsschein verloren, kann der Kunde die Ausstellung eines neuen gegen Kostenerstattung verlangen (vgl. § 3 VVG).
Versicherungssteuer
Versicherungsbeiträge werden grundsätzlich der Versicherungssteuer nach dem Versicherungssteuergesetz unterworfen, die derzeit in der Regel 19 Prozent beträgt. Kranken-, Pflege- und Lebensversicherungen sind von der Versicherungssteuer befreit. In einigen Versicherungszweigen gelten abweichende Versicherungssteuersätze: Feuer, Feuer-Betriebsunterbrechung: 13,20 Prozent Verbundene Wohngebäudeversicherung: 16,34 Prozent Verbundene Hausratversicherung: 16,15 Prozent Schiffskaskoversicherung: 3 Prozent Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr: 3,8 Prozent Hagelversicherung: 0,3 Promille der Versicherungssumme   Die Versicherungssteuer wird vom Versicherer erhoben und an die Finanzbehörden abgeführt.
Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit
Ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) ist eine Rechtsform für ein Versicherungsunternehmen. Mitglieder und Träger des Vereins sind die Versicherungsnehmer. Im Unterschied zu einer Aktiengesellschaft sind keine Aktionärsinteressen zu berücksichtigen – und erwirtschaftete Gewinne kommen ausschließlich den Versicherungsnehmern zu Gute.
Versicherungsvermittler
Aufgabe der Versicherungsvermittler ist die Beratung des Kunden vor dem Abschluss und während der Vertragsdauer sowie die Vermittlung von Versicherungsschutz. Sie sind selbstständig und meist auch gewerbsmäßig tätig. Bei Versicherungsvermittlern sind Versicherungsmakler und Versicherungsvertreter zu unterscheiden. Versicherungsmakler schließen mit dem Kunden einen Maklervertrag und übernehmen die Aufgabe, dem Kunden passenden Versicherungsschutz aus dem breiten Angebot des Versicherungsmarktes zu beschaffen und regelmäßig zu überprüfen, ob der abgeschlossene Versicherungsschutz noch den Bedürfnissen entspricht. Versicherungsvertreter haben die Aufgabe, die Versicherungsprodukte eines (Ausschließlichkeitsvertreter, auch: Außendienst) oder mehrerer (Mehrfachvertreter) Versicherer anzubieten und die abgeschlossenen Verträge zu betreuen. Dabei müssen auch sie nach den rechtlichen Vorgaben des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) den Kunden abhängig vom Beratungsanlass zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragen, sie entsprechend beraten und ihre Empfehlungen begründen. Alle Versicherungsvermittler müssen zudem die Beratungsgespräche dokumentieren und diese Dokumentation dem Kunden zur Verfügung stellen. Versicherungsvermittler benötigen eine Gewerbeerlaubnis ihrer örtlich zuständen Industrie- und Handelskammer, die an verschiedene Voraussetzungen geknüpft ist. So müssen Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, eine Berufshaftpflichtversicherung und eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung nachgewiesen werden. Bei Ausschließlichkeitsvertretern kann der Versicherer die Eignungsprüfung, Ausbildung sowie die Haftung übernehmen, diese Vertreter werden dann auch als gebundene Vertreter bezeichnet. Der Kunde kann sich im Internet unter www.vermittlerregister.info davon überzeugen, ob ein Versicherungsvermittler zugelassen ist, und ob er als Makler oder als Vertreter tätig wird. Vermittler sind verpflichtet, den Kunden beim ersten geschäftlichen Kontakt hierüber zu informieren und unter anderem ihre Registrierungsnummer zu nennen. So kann der Kunde sicher gehen, von einem qualifizierten Vermittler beraten zu werden. Sollte es einmal zu einer Falschberatung kommen, kann der Kunde nur beim registrierten Vermittler darauf vertrauen, dass der für den entstehenden Schaden selbst oder über seinen Versicherer aufkommen kann.
Versicherungsvertragsgesetz
Das „Gesetz über den Versicherungsvertrag“ regelt Rechte und Pflichten aus einem Versicherungsvertrag für Versicherer, Versicherungsnehmer und andere am Vertrag beteiligte Personen. Es wurde mit Wirkung zum 1.1.2008 sowie im Bereich der Krankenversicherung zum 1.1.2009 grundlegend reformiert. Das VVG umfasst Vorschriften für alle Versicherungszweige, unter anderem zum Zustandekommen von Versicherungsverträgen, den vorvertraglichen, vertraglichen und speziell im Schaden- oder Leistungsfall zu beachtenden Pflichten der Vertragsparteien. Weitere Kapitel befassen sich mit speziellen Regelungen zu den verschiedenen Versicherungszweigen. Im Bereich der Krankenversicherung wird auch das sozialpolitische Ziel, alle Personen mit Wohnsitz im Inland vor Krankheitskosten zu schützen, durch eine entsprechende Pflicht zur Versicherung geregelt (§ 193 Abs. 3 VVG). Das ist insoweit untypisch, als sich das VVG mit Verträgen befasst, die grundsätzlich der Vertragsfreiheit unterliegen, also auf freiwilliger Basis zustande kommen. Dagegen werden sozialpolitische Maßnahmen wie allgemeine Versicherungspflichten üblicherweise beispielsweise im Sozialgesetzbuch verankert. Vom VVG ausgenommen sind die Rück- und die Seeversicherung (§ 209 VVG). Unter anderem bei Großrisiken gilt zudem Vertragsfreiheit, das heißt die dem Verbraucherschutz dienenden Vorschriften des VVG müssen hier nicht angewendet werden.
Versorgungsempfänger
Beamte, die Empfänger von staatlichen Versorgungsleistungen sind, insbesondere Pensionäre. Sie sind wie aktive Beamte beihilfeberechtigt. Meist haben sie einen höheren Beihilfeanspruch als aktive Beamte, müsse aber ebenso den verbleibenden Anteil der Gesundheitskosten durch eine Krankenversicherung abdecken.
Verwaltungskosten
Kosten, die in Zusammenhang mit der Verwaltung von Lebensversicherungsverträgen beim Versicherungsunternehmen anfallen.
Verwaltungskostenquote
Die Verwaltungskostenquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die angibt, wie viel von den Versicherungsbeiträgen für Verwaltung der Versicherungsverträge aufgewendet wird. Zur Ermittlung der Verwaltungskostenquote werden die Verwaltungsaufwendungen in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen gesetzt. Zusammen mit der Schadenquote und der Abschlusskostenquote ist die Verwaltungskostenquote Bestandteil der sogenannten versicherungsgeschäftlichen Ergebnisquote.
Verweisung
Neue Berufsunfähigkeitsversicherungen sehen in aller Regel nur die so genannte „konkrete Verweisung“ vor. Danach ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, wenn die versicherte Person ihren oder einen vergleichbaren Beruf weiterhin ausübt. In älteren Tarifen kann auch noch die „abstrakte Verweisung“ vereinbart sein, dann ist der Versicherer auch leistungsfrei, wenn der berufsunfähige Versicherte einen anderen Beruf ausüben könnte. Der andere Beruf, auf den dann verwiesen wird, muss der Ausbildung des Versicherten und seiner Erfahrung sowie seiner bisherigen Lebensstellung (Gehaltseinstufung) entsprechen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ein konkretes Beschäftigungsangebot am Arbeitsmarkt existiert.
Vorsorgequote
Anteil der Beiträge der Versicherten in der substitutiven Krankenversicherung, der für die steigenden Kosten im Alter angespart wird. Darin enthalten sind die Zuführungen zur Alterungsrückstellung, die Rückstellungen für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung sowie Zinsüberschüsse. Ungefähr 40 Prozent der Beiträge werden hierfür aufgewendet.
Vorversicherung
Damit wird eine vor Abschluss des aktuellen Versicherungsvertrags bestehende oder bestandene Versicherung bezeichnet. Der Versicherer fragt üblicherweise nach Vorversicherungen, um Doppelversicherungen zu vermeiden und Gründe für die Beendigung eines bisherigen Vertragsverhältnisses zu erfahren, die möglicherweise für den Abschluss eines neuen Vertrags relevant sind. Speziell in der Krankenversicherung wird auch das Bestehen einer Mitgliedschaft in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unmittelbar vor Abschluss einer substitutiven privaten Krankenversicherung als Vorversicherung bezeichnet (vgl. § 197 VVG). Die Vorversicherung kann hier auf Wartezeiten in der Krankenversicherung angerechnet werden.
Vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung
Der Kunde ist verpflichtet, dem Versicherer bei Antragstellung die ihm bekannten Gefahrumstände mitzuteilen, nach denen der Versicherer ausdrücklich fragt. Beispielsweise wird in der Krankenversicherung nach Vorerkrankungen und weiteren Merkmalen der körperlichen Konstitution gefragt, die für die Annahmefähigkeit in der Krankenversicherung von Bedeutung sind. Verletzt der Kunde diese Pflicht, schädigt er damit unter Umständen die Versichertengemeinschaft, die ihm bei voller Kenntnis der Gefahrumstände entweder keinen Versicherungsschutz, einen eingeschränkten Versicherungsschutz oder eine dem Risiko entsprechend erhöhte Prämie angeboten hätte. Die Versichertengemeinschaft müsste das überhöhte Risiko auffangen und durch Beitragssteigerungen ausgleichen. Um dies zu verhindern, sieht das Versicherungsvertragsrecht verschiedene Sanktionen bei einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vor. Hierüber hat der Versicherer den Kunden durch gesonderte Mitteilung aufzuklären. Wenn der Kunde die vorvertragliche Anzeigepflicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten. Tritt vorher bereits ein Versicherungsfall ein, prüft der Versicherer, ob die Anzeigepflichtverletzung arglistig – also mit Betrugsabsicht – war, dann ist er leistungsfrei. War die Anzeigepflichtverletzung zwar vorsätzlich oder grob fahrlässig, aber nicht arglistig, dann kommt es darauf an, ob es zwischen dem Versicherungsfall, dessen Feststellung und der Anzeigepflichtverletzung eine ursächlichen Zusammenhang gibt. In diesem Fall ist der Versicherer ebenfalls leistungsfrei. Bei anderen als vorsätzlichen und grob fahrlässigen Verletzungen hat der Versicherer grundsätzlich das Recht, mit einem Monat Frist den Versicherungsvertrag zu kündigen. Hätte der Versicherer bei richtiger und vollständiger Kenntnis der Gefahrumstände den Vertrag angenommen, wenn auch beispielsweise mit einem Leistungsausschluss oder einem Risikozuschlag zur Prämie, dann beschränkt sich das Recht des Versicherers im Fall der grob fahrlässigen wie der nicht grob fahrlässigen Anzeigepflichtverletzung auf eine Vertragsänderung zu den entsprechenden Bedingungen. War der Kunde an der Anzeigepflichtverletzung schuldlos, darf diese Vertragsänderung erst ab dem laufenden Versicherungsjahr, sonst rückwirkend ab Vertragsbeginn verlangt werden. Ist der Kunde mit einem Leistungsausschluss oder mit einer Prämienerhöhung von mehr als 10 Prozent nicht einverstanden, hat er seinerseits ein besonderes Kündigungsrecht. Er kann den Versicherungsvertrag in diesem Fall innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung und einer Information über dieses Kündigungsrecht ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen (vgl. §§ 19 ff. VVG).


W

Wahlleistungen
Als Wahlleistungen bezeichnet man Leistungen, die über die Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinausgehen. Zu den Wahlleistungen im Krankenhaus zählen etwa die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und die Chefarzt-Behandlung. Wahlleistungen im Krankenhaus gehören nicht zum Umfang der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und können nur im Rahmen einer Krankheitskostenvollversicherung oder Krankheitskostenteilversicherung versichert werden. GKV-Versicherte können Wahlleistungen im Krankenhaus über eine Ergänzungsversicherung bekommen. Die SDK bietet mit Ihren Krankenhauszusatzversicherungstarifen KLINIKprivat sinnvolle Ergänzungen, wie z. B. Einbettzimmer oder Chefarztbehandlung an.
Wahltarife
Mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) hat die damalige Bundesregierung im Jahr 2007 in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sogenannte Wahltarife eingeführt, um die Wahlfreiheit der GKV-Versicherten zu erhöhen. Damit kann der Versicherte entweder Geld einsparen oder zusätzliche Leistungen erhalten. Die GKV-Versicherten können unter anderem mit den Wahltarifen „Selbstbehalt“ oder „Nichtinanspruchnahme von Leistungen“ ihren Krankenversicherungsbeitrag reduzieren oder mit den Wahltarifen „Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen“ oder „Besondere Versorgungsformen“ die GKV-Regelleistungen gegen Mehrbeitrag ausweiten. Entscheidet sich ein GKV-Versicherter für einen Wahltarif, so besteht in der Regel eine Mindestbindungsfrist zwischen einem Jahr und drei Jahren. Die Regelungen zu den Wahltarifen sind in § 53 SGB V (Sozialgesetzbuch V) definiert.
Wartezeiten
Leistungsfreie Zeit zu Vertragsbeginn. Wartezeiten dienen dazu, dass der Versicherer nicht unmittelbar für die bei Vertragsschluss schon absehbaren Leistungsfälle in Anspruch genommen wird. In der privaten Krankenversicherung gibt es gemäß den Musterbedingungen der Krankheitskosten- und der Krankentagegeldversicherung eine allgemeine Wartezeit von drei Monaten. Eine besondere Wartezeit von acht Monaten gilt für Zahnbehandlung und Zahnersatz, Kieferorthopädie, Psychotherapie und Entbindung. Die allgemeine Wartezeit entfällt bei unfallbedingter Heilbehandlung. Eine Vorversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung wird auf die Wartezeit angerechnet. Der Versicherer kann zudem die Wartezeiten ganz oder teilweise nach individueller Risikoprüfung erlassen.
Widerrufsrecht
Der Kunde hat grundsätzlich das Recht, seinen Antrag innerhalb von zwei Wochen bzw. in der Lebensversicherung innerhalb von 30 Tagen zu widerrufen. Den Widerruf muss er nicht begründen. Er ist in Textform, also beispielsweise per Brief, Fax oder E-Mail an den Versicherer zu übermitteln. Die Widerrufsfrist beginnt, sobald der Kunde zu dem angebotenen Vertrag den Versicherungsschein, die Vertragsbestimmungen einschließlich der Allgemeinen Versicherungsbedingungen und weiterer Pflichtinformationen sowie eine Belehrung über das Widerrufsrecht und seine Folgen erhalten hat. Widerruft der Kunde den Vertrag, hatte aber mit dem Versicherer einen Beginn des Versicherungsschutzes vor Ablauf der Widerrufsfrist vereinbart, steht dem Versicherer grundsätzlich eine zeitanteilige Versicherungsprämie für seine Gefahrtragung zu (vgl. §§ 8 f. VVG).
Widerspruch
Wenn der Versicherungsschein von dem Antrag des Kunden abweicht, weil der Versicherer den Versicherungsvertrag nur mit geänderten Bedingungen anzunehmen bereit ist, hat der Kunde ein Widerspruchsrecht. Den Widerspruch hat er innerhalb eines Monats nach Zugang des Versicherungsscheins in Textform auszusprechen, das heißt beispielsweise per Brief, Fax oder E-Mail. Über die Änderungen, das Widerspruchsrecht sowie die Rechtsfolgen ist der Kunde besonders zu informieren.
Widerspruchsrecht
Wenn der Versicherungsschein von dem Antrag des Kunden abweicht, weil der Versicherer den Versicherungsvertrag nur mit geänderten Bedingungen anzunehmen bereit ist, hat der Kunde ein Widerspruchsrecht. Den Widerspruch hat er innerhalb eines Monats nach Zugang des Versicherungsscheins in Textform auszusprechen, das heißt beispielsweise per Brief, Fax oder E-Mail. Über die Änderungen, das Widerspruchsrecht sowie die Rechtsfolgen ist der Kunde besonders zu informieren.


Z

Zahlungsweise
Bei der Beitragszahlung für Lebensversicherungen unterscheidet man die jährliche Zahlungsweise oder die unterjährige Zahlungsweise, bspw. monatlich, halb- oder vierteljährlich. Die jährliche Zahlweise führt in der Regel zu einem günstigeren Beitrag für den Versicherten.
Zahnbehandlung
Die Behandlung durch einen Zahnarzt in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) umfasst Maßnahmen zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, die nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst ausreichend und zweckmäßig sind. Auch konservierend-chirurgische Leistungen und Röntgenleistungen, die im Zusammenhang mit Zahnersatz einschließlich Zahnkronen und Suprakonstruktionen erbracht werden, gehören zum GKV-Leistungsumfang. Eventuelle Mehrkosten für eine bei Zahnfüllungen darüber hinausgehende Versorgung sind vom GKV-Versicherten selbst zu tragen. Die Krankenkasse rechnet in solchen Fällen als Sachleistung lediglich die vergleichbare, preisgünstigste plastische Füllung ab. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass vor Behandlungsbeginn eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Zahnarzt und dem Versicherten getroffen wird. Kieferorthopädische Behandlungen gehören bei volljährigen GKV-Versicherten grundsätzlich nicht zum Leistungsumfang. Eine Sonderregelung gibt es nur in schweren Ausnahmefällen. In der privaten Krankenversicherung (PKV) ergibt sich der Leistungsumfang bei Zahnbehandlungen aus dem jeweiligen Tarif. Vollversicherungen übernehmen üblicherweise 100 Prozent der Kosten bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung der Zahnärzte (GOZ). Manche Tarife erstatten geringere Leistungen als die Höchstsätze, andere wiederum sehen keine Begrenzung auf die Höchstsätze vor.
Zahnersatz
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet seit Anfang 2005 für Zahnersatz nur noch einen Festzuschuss. Dieser liegt bei 50 Prozent der sogenannten „Regelversorgung“, worunter ein medizinisch ausreichender, zweckmäßiger und wirtschaftlich vertretbarer Zahnersatz verstanden wird. Die Erstattungsleistung wird bei regelmäßiger Vorsorge auf bis zu 65 Prozent gesamt erhöht. Wer die letzten fünf Jahre regelmäßig Vorsorge betrieben hat, erhält 20 Prozent Zuschlag auf die 50 Prozent Erstattungssatz. Wer zehn Jahre über sein Bonusheft nachweist, erhält 30 Prozent Zuschlag. In der privaten Krankenversicherung (PKV) werden Zahnersatzmaßnahmen - je nach Tarif -  voll oder teilweise erstattet. Privatpatienten haben in der Regel Wahlfreiheit bezüglich der gewünschten Ausführung. Kassenpatienten können Zahnzusatzversicherungen abschließen, um die Leistungslücken der GKV auszugleichen. Dabei sind zwei grundlegende Arten von Zahnzusatzversicherungen am Markt vertreten: Bei der einen wird der Festzuschuss der GKV so aufgestockt, dass keine oder nur sehr geringe Restkosten bei einem einfachen Zahnersatz verbleiben. Möchte man aber beispielsweise eine hochwertige Keramik- oder Goldkrone, ist der Großteil der Kosten in der Regel nicht abgedeckt. Bei der anderen Art der Zahnzusatzversicherung, die auch die SDK im Angebot hat (ZAHNprivat), wird ein bestimmter Prozentsatz einer privatärztlichen Abrechnung eines vom Versicherten frei gewählten Zahnersatzes übernommen, sodass mit dem Festzuschuss gemeinsam nur für den Kunden tragbare Restkosten verbleiben.
Zahnprophylaxe
Unter Zahnprophylaxe versteht man vorbeugende zahnärztliche Maßnahmen, mit denen Erkrankungen der Zähne vermieden werden sollen (vor allem die professionelle Zahnreinigung). In welchem Umfang und in welcher Anzahl zahnprophylaktische Maßnahmen in der privaten Krankenversicherung (PKV) übernommen werden, hängt von den jeweiligen Tarifbedingungen (TB) ab. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gehört die Zahnprophylaxe in der Regel nicht zum Leistungsumfang. Durch Ergänzungs- oder Zusatzversicherungen können je nach Tarif auch die Kosten für Zahnprophylaxe abgesichert werden. Der von der SDK angebotene Zahnzusatzversicherungstarif ZAHNprivat (Baustein ZGB) leistet 70 Euro für die jährliche Zahnprophylaxe.
Zentrale Einzugsstelle für Arzneimittelrabatte
Mit dem am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (Arzneimittelneuordungsgesetz, AMNOG) soll die Steigerung der Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) eingedämmt werden.   Deshalb haben der PKV-Verband und die Beihilfeträger das Gemeinschaftsunternehmen „Zesar“ (Zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten GmbH) gegründet, das von den Pharmaherstellern den Arzneimittelrabatt einfordert und die erzielten Rabatte anschließend an die Versicherer und Beihilfestellen abführt. Die Rabatte stehen nicht dem einzelnen Versicherten zu, sondern kommen insgesamt der Versichertengemeinschaft zugute.
Zielrente
Die sogenannte „Zielrente“ ist eine neue Zusageart in der betrieblichen Altersversorgung (bAV), die mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) zum 1. Januar 2018 eingeführt wurde. Bei dieser reinen Beitragszusage sagt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer – tarifvertraglich vereinbart beziehungsweise bei nicht tarifgebundenen Firmen an einen Branchen-Tarifvertrag angelehnt – die Zahlung eines Beitrags in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder in einen Pensionsfonds zu. Bei der reinen Beitragszusage wird auf kostspielige Garantien verzichtet. Das soll im Niedrigzinsumfeld eine höhere Rendite ermöglichen. Im Gegenzug kann im Tarifvertrag ein vom Arbeitgeber zu tragender, zusätzlicher Sicherungsbeitrag vereinbart werden, damit ein bestimmtes Versorgungsniveau erreicht werden kann. Die Durchführung der reinen Beitragszusage wird von den Tarifpartnern – also den Arbeitgebern und Gewerkschaften – gesteuert.
Zusatzbeitrag
Im Rahmen des GKV-Finanzstruktur Qualitäts-Weiterentwicklungs-Gesetz (GKV-FQWG) hat die Bundesregierung den bisher einheitlich vorgeschriebenen und allein vom Arbeitnehmer zu zahlenden Sonderbeitrag von 0,9 Prozentpunkten abgeschafft und den allgemeinen Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf 14,6 festgelegt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen davon jeweils die Hälfte, also 7,3 Prozent. Je nach Finanzlage können die Krankenkassen einen individuellen, einkommensunabhängigen Zusatzbeitrag erheben, der wiederum allein vom Arbeitnehmer zu tragen ist. Nach Berechnungen des Schätzerkreises zur finanziellen Entwicklung in der GKV liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2018 bei 1,0 Prozent.
Zusatzversicherung
Die Zusatzversicherung, auch Ergänzungsversicherung genannt, ist eine Tarifart der Privaten Krankenversicherung (PKV), mit der Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) den GKV-Grundschutz mit zusätzlichen Leistungen aufstocken und für die Verbesserung der Versorgung im Krankheitsfall sorgen können. Im Bereich Zahnersatz, in dem die GKV nur einen Festzuschuss zwischen 50 und 65 Prozent zur sogenannten „Regelversorgung“ (medizinisch ausreichender, zweckmäßiger und wirtschaftlich vertretbarer Zahnersatz) leistet, kann beispielsweise der verbleibende Eigenanteil je nach Zusatz-Tarif ganz oder teilweise abgesichert werden. Das gilt auch für die Kosten eines höherwertigen Zahnersatzes. Weitere Erweiterungs-Möglichkeiten sind im ambulanten Bereich unter anderem die Heilpraktikerbehandlung und/oder Naturheilverfahren sowie im stationären Bereich die Chefarztbehandlung oder die Unterbringung im Ein- beziehungsweise Zweibettzimmer. Weiter Zusatzversicherungen gibt es im Bereich der Unfall-, Berufsunfähigkeits- und Pflegeversicherung.
Zuzahlung
In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gibt es in zahlreichen Bereichen Zuzahlungsregelungen wie etwa bei Arznei-, Hilfs-, Heil- und Verbandmitteln oder beim Zahnersatz. Dabei müssen volljährige GKV-Versicherte einen Teil der Kosten selber tragen. Bei Arzneimitteln beispielsweise beläuft sich die Zuzahlung auf 10 Prozent des Apothekenverkaufspreises, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro. Bei Medikamentenpreisen unter 5 Euro muss also der volle Preis entrichtet werden.