Arthrose des Sprunggelenks

17.09.2017 | Gesundheitsinfos

Marie-Ch. Fritzsche, Ärztin, Freiburg; Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Die häufigste Ursache von Arthrose im Sprunggelenk ist ein komplexer Bruch von Knöchel oder Unterschenkel in der Vergangenheit. Übergewicht kann unter Umständen eine Arthrose begünstigen.

Was ist eine Arthrose des Sprunggelenks?

Bei einer Arthrose im Sprunggelenk bestehen Veränderungen in der Gelenkoberfläche des Sprunggelenks. Diese Veränderungen beschränken sich im Allgemeinen auf das Sprunggelenk eines Fußes, da in den meisten Fällen eine schwere Verletzung in der Vergangenheit die Entwicklung der Arthrose verursacht.

Das Sprunggelenk besteht aus Knochenoberflächen, die mit einer Knorpelschicht überzogen sind. Bei einer Arthrose ist in erster Linie der Knorpel geschädigt, die Veränderungen sind aber auch im Knochen sichtbar. Es besteht eine erhöhte Neigung zu Osteophytenbildung (Knochenneubildungen). Außerdem können sich Verkalkungen im Gelenk bilden.

Im Laufe der Zeit kann der Knorpel vollständig verschwinden, sodass Knochen miteinander direkt in Kontakt kommen. Die ehemals glatten Gelenkoberflächen gleiten nicht mehr reibungslos gegeneinander. Dies erklärt unter anderem, warum Schmerzen auftreten können.

Arthrose im Sprunggelenk ist seltener als Arthrose im Knie- oder Hüftgelenk.

Symptome

Die Schädigung macht sich in der Regel durch Schmerzen und Steifigkeit im Sprunggelenk bemerkbar. Besonders deutlich sind die Schmerzen, wenn eine körperliche Aktivität aufgenommen wird, die Gehen oder Laufen beinhaltet. Nachdem man sich etwas aufgewärmt und eine Weile bewegt hat, gehen die Beschwerden meist zurück.

Im weiteren Krankheitsverlauf können die Schmerzen bereits bei leichter Belastung auftreten; die Beschwerden können im späteren Verlauf auch in Ruhe bestehen. Charakteristisch ist, dass die Schmerzen beim Gehen auf harten, unebenen Unterlagen besonders ausgeprägt sind. Der Knöchel kann anschwellen, wodurch die Beweglichkeit zusätzlich nachlässt. Das Gehen ist sowohl aufgrund der Schmerzen als auch aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit beeinträchtigt.

Ursachen

Die häufigste Ursache für Arthrose im Sprunggelenk ist eine komplexe Fraktur des Knöchels oder des Unterschenkels in der Vergangenheit. Übergewicht kann unter Umständen eine Arthrose begünstigen.

Diagnostik

Die Diagnose kann häufig bereits bei Vorliegen der charakteristischen Symptome und Befunde der orthopädischen Untersuchung gestellt werden. Zur Sicherung der Diagnose kann eine Röntgenuntersuchung erfolgen; sie trägt dazu bei eine verminderte Knorpelhöhe und möglicherweise Veränderungen in der Knochenstruktur aufzudecken.

Therapie

Schuhwerk mit guter Stoßdämpfung und Unterstützung der Ferse kann sich günstig auswirken. Dadurch können die Symptome reduziert und möglicherweise dazu beigetragen werden, den weiteren Fortschritt der Schädigungen aufzuhalten. Darüber hinaus sollte Überbelastung vermieden werden; gleichzeitig sollte eine gewisse körperliche Aktivität beibehalten werden, um der abnehmenden Beweglichkeit entgegenzuwirken. Wenn Sie beruflich viel auf harten, unebenen Untergründen gehen müssen, ist möglicherweise eine Umschulung oder ein Arbeitsplatzwechsel in Betracht zu ziehen.

Die medikamentöse Therapie sieht Schmerzmittel und gegebenenfalls sogenannte NSAR vor, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können. In der Regel sind Medikamente nur phasenweise erforderlich.

In schwerwiegenden Fällen kann eine Operation angezeigt sein. Dies gilt insbesondere, wenn die Patienten auch über Schmerzen in Ruhe klagen. Bei der Operation wird das Gelenk versteift. Dies bewirkt zwar Schmerzfreiheit, jedoch wird das Gehen dadurch erheblich beeinträchtigt. Nach einer solchen Operation muss der Patient speziell angepasstes Schuhwerk tragen, um die eingeschränkte Beweglichkeit zumindest teilweise auszugleichen.

Prognose

Mit der Zeit können sich die Beschwerden verschlimmern. Die Entwicklung einer Sprunggelenksarthrose kann unter anderem durch die Verwendung von speziell angepasstem Schuhwerk, Einlagen und einer verbesserten Ergonomie aufgehalten werden. Nur in wenigen Fällen verschlechtert sich der Zustand derart, dass eine Operation erforderlich ist.

Sprunggelenkskelett (Seiteanansicht). Fersenbein (1), Wüfelbein (2), äußeres Keilbein (3), mittleres Keilbein (4), Kahnbein (5), Sprungbein (6), Wadenbein (7), Schienbein (8)

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