Bluthochdruck – Was können Sie selbst tun?

31.01.2018 | Gesundheitsinfos

Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu minimieren, sollten so viele Risikofaktoren wie möglich ausgeschaltet oder begrenzt werden.

Allgemeine Informationen

  • Beim Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist der Druck in den arteriellen Blutgefäßen des Körpers erhöht.
  • Unter idealen Verhältnissen sollte der Blutdruck unterhalb eines Wertes von 140/90 mmHg liegen.
  • Bluthochdruck ist oftmals asymptomatisch, d.h. der Betroffene verspürt keine Beschwerden.
  • Bei längerfristig erhöhtem Blutdruck besteht ein erhöhtes Risiko für verschiedene schwere Erkrankungen. Daher ist das Behandlungsziel bei Bluthochdruck die Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Die Ursachen für Bluthochdruck sind nicht vollständig geklärt. Erbliche Veranlagung, Übergewicht, Alkohol, Rauchen, Ernährung und evtl. Stress können bei der Entstehung von Bluthochdruck von Bedeutung sein.
  • Übergewicht und Rauchen erhöhen das Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich.
  • Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität gelten als effektive Maßnahmen, um einem erhöhten Blutdruck entgegenzuwirken. Verschiedene Medikamente werden ebenfalls zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt. 

Was können Sie selbst tun?

Beim Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist der Druck in den arteriellen Blutgefäßen des Körpers erhöht. Bluthochdruck ist normalerweise kein akut gefährlicher Zustand. Sofern der Blutdruck nicht deutlich erhöht ist, zeigen sich zu Beginn in der Regel auch keine Symptome. Dennoch wirkt sich Bluthochdruck langfristig äußerst schädlich auf die Gesundheit aus. Ausnahme sind plötzliche extrem hohe Blutdruckwerte; diese können zu Schwindel, Kopfschmerzen, der Wahrnehmung hoher Töne im Ohr führen oder auch akut schwere Komplikationen verursachen. In der Regel handelt es sich jedoch um mäßig erhöhte Blutdruckwerte: Die schädlichen Auswirkungen entwickeln sich schleichend und über mehrere Jahre unbemerkt, bis es durch die zunehmende Gefäßschädigung plötzlich zu lebensgefährlichen Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen kann. Bluthochdruck zählt heutzutage zu den größten Gesundheitsproblemen der westlichen Welt und ist eng mit sogenannten Lebensstil-Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Adipositas verbunden. Unbehandelt geht ein längerfristig erhöhter Blutdruck mit einem erhöhten Risiko für ernste und lebensbedrohliche Erkrankungen einher und führt zu verminderter Lebensqualität sowie geringerer Lebenserwartung. Glücklicherweise gibt es mehrere Maßnahmen, mit denen Sie den schädlichen Auswirkungen von Bluthochdruck auf den Körper effektiv entgegenwirken können. Oftmals bedarf es einer medikamentösen Therapie, um den Blutdruck zu senken. Mindestens ebenso wichtig sind allerdings die Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können. In einigen Fällen kann eine grundlegende Änderung der Lebensgewohnheiten notwendig sein. Da die meisten Patienten mit Bluthochdruck keinerlei Beschwerden haben und sich daher auch nicht krank fühlen, kann es mitunter schwer sein, sich zu einer Behandlung und einer Änderung der Lebensgewohnheiten zu motivieren. Denken Sie in diesem Fall immer daran, dass die Belohnung für Ihre Bemühungen nicht nur eine Verlängerung der Lebenserwartung, sondern auch eine Erhöhung der Lebensqualität ist.

Allgemeines zur Behandlung von Bluthochdruck

Ziel der Behandlung von Bluthochdruck ist es, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen verfrühten Tod zu minimieren. Bluthochdruck ist dabei lediglich einer von mehreren Risikofaktoren. Weitere Faktoren, die das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entscheidend beeinflussen, sind Adipositas, Rauchen, Bewegungsmangel und zu hohe Blutfettwerte. Gemeinsam werden sie unter dem Oberbegriff „Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ zusammengefasst. Um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu minimieren, sollten so viele Risikofaktoren wie möglich ausgeschaltet oder begrenzt werden. Die Behandlung von Bluthochdruck umfasst daher weit mehr als nur die Blutdrucksenkung durch Medikamente. Mindestens ebenso wichtig sind eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Fisch und wenig Fett sowie regelmäßige körperliche Bewegung (mit dem Ziel eines gesunden Körpergewichts), Einschränkung des Alkoholkonsums (Männer: <20–30 g Alkohol/Tag; Frauen: <10–20 g Alkohol/Tag) und Rauchverzicht.

Ernährung

Eine gesunde Ernährung ist für jeden Menschen wichtig und vor allem dann von Bedeutung, wenn Sie unter Bluthochdruck leiden sollten. Über die Nahrungsaufnahme wird der Körper mit lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralien versorgt. Zu den Nahrungsmitteln, die sich besonders vorteilig auf die Gesundheit auswirken und somit vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, zählen vor allem Obst und Gemüse. Auch Fisch ist sehr gesund. Zu den Lebensmitteln, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können, gehören Fett, Fleisch und Molkereiprodukte mit hohem Fettanteil. Neben den allgemeinen Empfehlungen zu gesunder Ernährung sollten Personen mit Bluthochdruck zudem insbesondere darauf achten, ihren Salzkonsum zu reduzieren, sofern die Zufuhr von Kochsalz deutlich zu hoch ist. Anzustreben ist eine Menge von <6 g Speisesalz pro Tag. Die Nahrungsaufnahme dient auch der Regulierung des Körpergewichts. Übersteigt die Energiezufuhr über die Nahrungsaufnahme den täglichen Bedarf, so werden überschüssige Nährstoffe vom Körper in Form von Fett gespeichert. Also: Eine gesunde Ernährung sollte abwechslungsreich und ausgewogen sein und viel Obst, Gemüse und Fisch enthalten. Die Fettmenge sollte reduziert werden, Fleisch und Molkereiprodukte nur in Maßen verzehrt werden.

Gewichtsreduktion

Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem wirkt sich das Gewicht direkt auf den Blutdruck aus. Adipositas führt zu einer Erhöhung des Blutdrucks und stellt eine große Belastung für das Herz dar. Eine der wichtigsten Maßnahmen für die eigene Gesundheit und Lebensqualität ist daher die langfristige Vermeidung von Übergewicht und Adipositas. Eine Gewichtsreduktion sollte stets kontrolliert geschehen. Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität sind wichtig, aber auch eine gewisse Reduktion der Nahrungsaufnahme kann hilfreich oder gar erforderlich sein. Insbesondere sollten zucker- und fetthaltige Lebensmittel gemieden werden. Als Zielwert kann gelten: ein Body Mass Index von 25 kg/m2 und ein Taillenumfang von <102 cm (Männer) bzw. <88 cm (Frauen).

Rauchverzicht

Das Rauchen geht mit einer enormen Gefahr für die Gesundheit eines jeden Menschen einher und stellt einen wesentlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Außerdem bringt der Nikotinkonsum eine Menge weiterer gefährlicher Konsequenzen mit sich, Raucher haben zudem insgesamt eine kürzere Lebenserwartung sowie eine geringere Lebensqualität als Nichtraucher. Weitere Informationen zum Thema Rauchverzicht finden Sie hier: Warum sollten Sie das Rauchen aufgeben, und wie gelingt es?

Regelmäßige körperliche Bewegung

Tägliche körperliche Aktivität wirkt sich besonders vorteilig auf die Gesundheit aus. Regelmäßige Bewegung verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und führt überdies bei den meisten Menschen zu einer Erhöhung des allgemeinen Wohlbefindens. Sie müssen nicht besonders hart oder intensiv trainieren, um positive Ergebnisse zu erzielen. Leichte bis mäßige körperliche Aktivität genügt vollkommen. Ausdauertraining, z. B. Spaziergänge oder Radtouren, sollten sie so oft wie möglich, idealerweise täglich, durchführen. Günstig ist es, sich an 5–7 Tagen pro Woche jeweils mindestens 30 Minuten lang mäßig intensiv körperlich zu bewegen. Auch durch ein zwei- bis dreimal wöchentlich absolviertes Fitnesstraining mit mäßiger Belastungsintensität lässt sich der Blutdruck bei vielen Menschen senken. 

Alkohol in Maßen

Alkohol kann zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen, weshalb Personen mit Bluthochdruck täglich nicht mehr als ein bis zwei Einheiten Alkohol zu sich nehmen sollten. Diese Menge entspricht ungefähr einem Bier (0,5 l), ein bis zwei Gläsern Wein oder einem Cocktail.

Weitere Informationen

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Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Hypertonie, arterielle. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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