Einfach gut beraten im März: Herzkatheter

15.02.2019 | Gesundheitskompetenz

Bei Herrn Meier wurde vor drei Jahren eine Erkrankung der Herzkranzgefäße festgestellt. Damals hatte er Luftnot, wenn er rasch eine Treppe hochstieg. Hinzu kam ein Engegefühl sowie Schmerzen in der Brust. Nachdem die Diagnose gestellt wurde, hat Herr Meier mit dem Rauchen aufgehört. Außerdem fährt er seitdem mit dem Fahrrad zur Arbeit und konnte sein Gewicht etwas reduzieren. Mit Medikamenten ist er gut eingestellt. Er fühlt sich fit und hat keine Beschwerden mehr.

Nach einem Umzug hat er sich einen neuen Kardiologen gesucht. Dieser schlägt nun vor, eine Herzkatheteruntersuchung zu machen. Seine früheren Ärzte haben stets gesagt, das sei bei ihm nicht nötig. Also ist er verunsichert.

Er ruft bei der SDK Gesundheitsberatung an und spricht mit der Ärztin Johanna de Haas. Sie berichtet, dass zu seiner Erkrankung eine wissenschaftliche Leitlinie existiert, die unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie herausgegeben wird. Die Experten haben die internationale Studienlage geprüft und wissenschaftlich abgesicherte Empfehlungen für Diagnostik und Therapie erarbeitet. Nach dieser Leitlinie macht eine Herzkatheteruntersuchung dann Sinn, wenn Medikamente für die Behandlung nicht ausreichen. Die Untersuchung wird gebraucht, wenn eine Bypass-Operation geplant werden soll. Oder verengte Herzkranzgefäße können mit Stents geweitet werden. Wenn ein Patient jedoch eine Bypass-Op oder Behandlung mit Stents ablehnt, soll keine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden.

Frau de Haas berichtet Herrn Meier genau, welche Vor- und Nachteile Bypass-Operation und Stents haben können. Da Herr Meier mit den Medikamenten gut eingestellt ist und keine Beschwerden mehr hat, möchte er keine Bypass-Op machen oder Stents einsetzen lassen.

Frau de Haas schickt Herrn Meier zum Schluss noch die Patientenleitlinie zur Herzkranzgefäßerkrankung. Darin ist auch eine Entscheidungshilfe enthalten mit dem Titel: „Brauche ich eine Herzkatheteruntersuchung?“ So kann Herr Meier alles nochmal in Ruhe nachlesen und sich auf das nächste Gespräch mit seinem Kardiologen vorbereiten.

Quellen: 1. Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK – Langfassung, 4. Auflage. Version 1. 2016. Available from: www.khk.versorgungsleitlinien.de; [cited: 02.01.2019]; DOI: 10.6101/AZQ/000267 2. PatientenLeitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Chronische Koronare Herzkrankheit: KHK 2. Auflage, 2017 Version 1