Ratschläge zur Vorbeugung von Prostatakrebs

01.10.2017 | Gesundheitsinfos

Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.

Einige Faktoren, die das Risiko einer Krebserkrankung nachweislich erhöhen, können von Ihnen selbst beeinflusst werden. Durch Ihr Verhalten können Sie die Wahrscheinlichkeit an einem Krebsleiden zu erkranken senken.

Prostatakrebs ist in Deutschland unter Männern die häufigste Krebserkrankung. Pro Jahr werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts bundesweit etwa 63.400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Mit einem Anteil von rund 10 Prozent steht das Prostatakarzinom an dritter Stelle der zum Tod führenden Krebserkrankungen.1

Belastende Risikofaktoren

Die Ursachen von Prostatakrebs sind bisher noch weitgehend unbekannt. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko einer Prostatakrebserkrankung erhöhen. Als wichtigste Faktoren gelten Alter und die familiäre Veranlagung. Außerdem spielen Umwelteinflüsse, zum Beispiel Ernährung, Lebens- und möglicherweise auch Arbeitsbedingungen eine Rolle.

Alter
Das Alter ist der wichtigste Risikofaktor für Prostatakrebs. Während die Wahrscheinlichkeit, innerhalb der nächsten 10 Jahre an Prostatakrebs zu erkranken, bei einem 45-Jährigen bei etwa 1:220 liegt, steigt das Risiko bei einem 75-Jährigen auf 1:17.

Familiäre Veranlagung
Männer, bei denen in der nahen Verwandtschaft Prostatakrebs aufgetreten ist, haben ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Ist der Vater betroffen, steigt das Risiko auf das Doppelte, bei einem Bruder mit Prostatakrebs ist es bis zu dreimal so hoch wie in der übrigen männlichen Bevölkerung. Je mehr Familienangehörige erkrankt sind und je jünger sie zum Zeitpunkt der Diagnose waren, umso mehr steigt das Risiko für männliche Angehörige, auch Prostatakrebs zu bekommen. Wichtig: Männer, in deren naher Verwandtschaft Prostatakarzinome vorkommen, sollten ab dem 40. Lebensjahr zur Früherkennungsuntersuchung gehen.

Hormone
Hormone sind ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung der Krankheit, obwohl ihre genaue Rolle nicht ganz klar ist. Man weiß jedoch inzwischen, dass ohne das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das vor allem in den Hoden produziert wird, kein Prostatakrebs entstehen kann. Testosteron ist für die Funktion der Prostata notwendig. Es fördert aber auch das Wachstum von Prostatakrebszellen: So erkranken Männer, die in jungen Jahren – vor oder unmittelbar nach der Pubertät – einen Hodenverlust erlitten haben, extrem selten an Prostatakrebs. Männer, die wegen einer Unterfunktion der Hoden (Hypogonadismus) mit Testosteron behandelt werden, haben jedoch kein erhöhtes Krebsrisiko.

Weitere Risikofaktoren
Rauchen und Alkohol erhöhen generell das Krebsrisiko. Eine Raucherentwöhnung ist daher von großer Bedeutung. Aber auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. So ist Prostatakrebs bei Männern afrikanischen Ursprungs häufiger als bei Weißen oder Asiaten. In Europa und Nordamerika ist die Erkrankung relativ häufig, in Ostasien (China und Japan) dagegen eher selten. Einiges spricht dafür, dass diese Unterschiede auf Ernährung und Lebensführung zurückgeführt werden können, jedoch sind auch genetische Unterschiede denkbar.
Was den Einfluss von Fettleibigkeit und das berufsbezogene Risiko anbelangt, gibt es bislang keine übereinstimmenden Ansichten seitens der Experten. Die vorliegenden Daten aus wissenschaftlichen Untersuchungen sind so komplex und auch widersprüchlich, dass daraus keine Folgerungen hinsichtlich des Risikos für Prostatakrebs gezogen werden können. Im Gegensatz dazu ist nachgewiesen, dass körperliche Inaktivität das allgemeine Krebsrisiko erhöht.

Fünf Dinge, die Sie tun können

Jede dritte Krebserkrankung ist auf den Lebensstil zurückzuführen. Das bedeutet mit anderen Worten, dass man Krebs vorbeugen und das Risiko, zu erkranken, reduzieren kann. Denken Sie jedoch daran, dass es keine Garantie zur Vermeidung von Krebs gibt. Jeder Mann kann an Prostatakrebs erkranken. Es ist wichtig, dass Sie sich trotz einer möglichen Diagnose nicht für die Erkrankung schuldig fühlen.

  1. Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich: Eine obst- und gemüsereiche Ernährung wirkt sich positiv auf den Körper aus und hat nicht nur eine präventive Wirkung im Bezug auf Krebs, sondern auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Vermeiden Sie fetthaltige Lebensmittel, essen Sie jedoch reichlich Fisch und Lebensmittel, die Omega-3-Fettsäuren enthalten. Ein hoher Fleischkonsum stellt ebenfalls einen Risikofaktor für Prostatakrebs dar.
  2. Schränken Sie den Alkoholkonsum ein: Dies bedeutet nicht, dass Sie gänzlich auf Alkohol verzichten müssen. Aktuell empfehlen Experten nicht mehr als 12-24 Gramm Alkohol am Tag zu konsumieren. Das entspricht für Männer zwei Gläsern Bier oder Wein. Bei Frauen ist es ein Glas. Diese Obergrenze ist keine Empfehlung, täglich Alkohol zu trinken. Der Alkoholkonsum sollte nur nicht diese Grenzwerte überschreiten.
  3. Vermeiden Sie Übergewicht: Obwohl kein direkter Zusammenhang zwischen Adipositas und Prostatakrebs nachgewiesen ist, tragen Übergewichtige ein größeres Risiko für chronische Erkrankungen. Übergewicht erhöht das Risiko von Krebs im Allgemeinen.
  4. Bleiben Sie körperlich aktiv: Spüren Sie Ihren Puls und schwitzen Sie ein wenig. Bei körperlich aktiven Männern ist das Vorkommen von Prostatakrebs mit Metastasen-Bildung geringer als bei Nicht-Aktiven.
  5. Geben Sie das Rauchen auf: Jeglicher Tabakkonsum ist gesundheitsschädlich. Der Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Auftreten zahlreicher Krebserkrankungen ist erwiesen. Es existieren keine sicheren Beweise dafür, dass Tabak das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken erhöht. Es finden sich jedoch deutliche Hinweise darauf, dass sowohl die Sterblichkeitsrate als auch das Rezidivrisiko nach der Behandlung bei Rauchern höher sind.

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