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News vom 21.11.2017
12 Gründe, warum die Knie schmerzen

Unser Kniegelenk ist ein beeindruckendes Meisterwerk anatomischer Komplexität. Auf der einen Seite ermöglicht es komplizierte Dreh-, Roll- und Gleitbewegungen, auf der anderen Seite muss es jeden Tag enorme Belastungen aushalten. Das macht es besonders anfällig für Verletzungen. Die häufigsten Ursachen für Knieschmerzen und was Sie dagegen tun können!

1. Gonarthrose (Verschleiß des Kniegelenks)

Eine der häufigsten Ursachen für Knieschmerzen ist der Verschleiß des Kniegelenks. Dabei baut sich der Knorpel im Knie nach und nach ab, bis die Knochenenden irgendwann direkt aneinanderreiben. Eine Gonarthrose lässt sich nicht heilen, doch mit Bewegung und der Vermeidung von Übergewicht kann man vorbeugen.

2. Arthritis (Entzündung im Knie)

Wenn Keime in das Kniegelenk gelangen oder wenn das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Gelenke angreift (z.B. bei Rheuma), kann sich das Knie entzünden. Das Knie ist dann geschwollen und gerötet. Je nach Ursache und Stadium gibt es zahlreiche Medikamente, die helfen können – zum Beispiel Schmerzmittel oder Kortison.

3. Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom)

Bei einem Läuferknie scheuert der Tractus iliotibialis – eine Sehnenplatte, die an der Außenseite des Oberschenkels zum Schienbein verläuft – über die Knochen des Kniegelenks Durch dieses Scheuern entzündet sich die Sehne und es entsteht ein stechender Schmerz an der Außenseite des Knies. Betroffene sollten eine Sportpause von zwei bis drei Monaten einlegen.

4. Springerknie (Patellaspitzensyndrom)

Gerade in Sportarten, in denen man viel springen muss, kann es passieren, dass sich der Ansatz der Patellasehne entzündet. Was folgt, sind Schmerzen am unteren Ende der Kniescheibe, die nicht nur nach dem Sport, sondern im späteren Verlauf auch permanent auftreten können. Auch hier gilt: Sportpause!

5. Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Schleimbeutel dienen als eine Art Dämpfer zwischen Knochen und weichem Gewebe. Im Knie gibt es gleich mehrere Schleimbeutel, die sich durch ständige Belastungen entzünden können. Häufiges Hinknien (z.B. beim Fliesenlegen) erhöht das Risiko für eine Bursitis. Helfen können kühlende Umschläge sowie schmerz- und entzündungshemmende Medikamente.

6. Pseudogicht

Von einer Pseudogicht spricht man, wenn sich Kalziumkristalle im Gelenkknorpel ablagern. Warum dies geschieht, ist häufig unklar. Typische Symptome wie plötzliche Schmerzen und eine Schwellung treten erst dann auf, wenn die abgelagerten Kristalle den Knorpel zerstört haben. Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und – im chronischen Stadium – eine Operation können die Beschwerden lindern.

7. Chondropathia patellae

An der Rückfläche der Kniescheibe befindet sich ein Knorpel, der durch ständige Überlastungen beschädigt werden kann. Wenn diese Knorpelveränderungen so weit fortschreiten, dass der darunter liegende Knochen mitbetroffen ist, entstehen Knieschmerzen. Oft helfen gegen die Chondropathia patellae schon krankengymnastische Übungen. Medikamente sind seltener notwendig.

8. Baker-Zyste

Die Baker-Zyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung in der Kniekehle, die bei Entzündungen und Reizungen des Kniegelenks entstehen kann. Vor allem größere Baker-Zysten können zu Schmerzen in der Kniekehle führen. Meist behandeln Ärzte sie mit entzündungshemmenden Medikamenten. Wenn das nicht hilft, muss ein Chirurg sie operativ entfernen.

9. Osteonekrose im Knie (Morbus Ahlbäck)

Wenn der Oberschenkelknochen infolge einer anderen Erkrankung nicht mehr ausreichend durchblutet wird, können Teile des Knochens absterben. Dies führt zu starken Schmerzen bei Bewegung, aber auch in Ruhe. Betroffen sind fast ausschließlich Frauen über 60. Die Behandlung besteht aus Gelenkentlastung, Medikamenten und im späteren Stadium aus operativen Maßnahmen.

10. Meniskusriss

Menisken dienen als eine Art "Stoßdämpfer" im Kniegelenk. Plötzliche Drehbewegungen und abrupte Bewegungsstopps beim Sport können dazu führen, dass die Menisken einreißen – besonders oft ist der Innenmeniskus betroffen. Typisch für diese Verletzung sind akute Schmerzen und eine Schwellung des Kniegelenks. Die Mehrzahl der Meniskusschäden muss operiert werden.

12. Bänderdehnung (Bänderzerrung)

Die Bänderdehnung ist die Vorstufe von einem Bänderanriss und einem Bänderriss. Sowohl das Innen- als auch das Außenband können betroffen sein. Im Gegensatz zum Bänderanriss bleibt das Kniegelenk trotz der Überdehnung stabil und belastbar. Empfehlenswert ist es, für mehrere Wochen auf Sport zu verzichten.

Damit Knieschmerzen gar nicht erst entstehen, können Sie einiges tun! Die besten Tipps im Überblick:

  • Viel bewegen, aber wenig belasten.
  • Bei Übergewicht sollte man versuchen, Gewicht abzunehmen.
  • Beim Aufstehen oder Hinsetzen sollte man sich mit den Armen abstützen.
  • Das Tragen schwerer Lasten so gut es geht vermeiden.
  • Kniegelenke brauchen Entlastung – daher sollte man längeres Stehen vermeiden.
  • Hohe Absätze fördern die Entstehung von Knieschmerzen.
  • Weiche Sohlen hingegen wirken wie eine Art Stoßdämpfer.
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  • Starke Kniebeugung sollte man möglichst vermeiden – wie etwa beim Fersensitz oder in der Hocke.
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  • Empfehlenswert sind kniefreundliche Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren.
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  • Eine starke Muskulatur gibt dem Kniegelenk Stabilität: Daher kann Krafttraining dabei helfen, Knieschmerzen zu verhindern.
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Quelle(n):
Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 15.11.2017)
Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013
Imhoff, A.B., Baumgartner, R., Linke R.D: Checkliste Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2014


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