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News vom 01.12.2017
Komasaufen: Immer mehr Jugendliche trinken, bis der Arzt kommt

In den 1990er Jahren war es schon einmal eine beliebte Freizeitbeschäftigung unter Jugendlichen: das Komasaufen. Nachdem die Zahlen in den letzten zehn Jahren zunächst zurückgingen, scheint der Trend des Besäufnisses mit dem Ziel Notaufnahme wieder gesellschaftsfähiger zu werden.

Das sagt zumindest eine Studie der DAK, nach der im Jahr 2016 mehr als doppelt so viele Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus landeten als in den Jahren zuvor.

Was ist Komasaufen?

Der Begriff Komasaufen wird unterschiedlich verwendet. Manchmal steht er für Fälle, in denen Personen durch Alkoholkonsum ins Koma fallen. Häufiger wird er aber als Synonym für Rauschtrinken verwendet.

Rauschtrinken wiederum ist definiert als

  • bewusstes Trinken
  • großer Mengen Alkohol
  • in möglichst kurzer Zeit
  • mit dem Ziel des Rauschzustands.

Kurz gesagt: Wer mal ein Gläschen mehr trinkt, wacht mit einem Kater auf. Wer Komasaufen zu seinem Sport macht, landet in der Notaufnahme.

Weitere Synonyme für Komasaufen sind

  • Besäufnis
  • binge drinking
  • Kampftrinken
  • Wetttrinken

Wer macht so was?

Besonders Jugendliche treffen sich beim Komasaufen gezielt zum Trinken, der Alkohol steht dabei im Mittelpunkt.

Es gibt auch erwachsene Komasäufer, der Trend nimmt aber mit zunehmendem Alter ab.

Allerdings greifen auch immer jüngere Teenager und Kinder zur Flasche: Schon 11- bis 12-Jährige werden mit 3 oder mehr Promille im Blut im Krankenhaus eingeliefert.

Was passiert beim Komasaufen?

Grundsätzlich hat Alkohol einen negativen Einfluss auf den Körper. Viel Alkohol schadet entsprechend mehr. Wenn der Körper außerdem zu wenig Zeit hat, den Giftstoff abzubauen, weil zu viel Alkohol in kurzer Zeit konsumiert wird, ist das besonders gefährlich.

Wer drei oder mehr Promille im Blut hat, hat per Definition eine Alkoholvergiftung. Akut steigt die Gefahr für Unfälle – wenn man sich überhaupt noch aufrecht halten kann. Wahrscheinlicher ist, dass der Komasäufer

  • unterkühlt,
  • bewusstlos wird,
  • keine Schutzreflexe mehr zeigt und
  • im schlimmsten Fall einen Atemstillstand erleidet.

Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet. Denn nicht-ausgewachsene Körper reagieren noch viel sensibler auf Alkohol.

Neben den üblichen zerstörerischen Folgen für innere Organe wie die Leber können Alkoholexzesse dauerhaft die körperliche und geistige Entwicklung stören.

Was kann man gegen Komasaufen tun?

Das Jugendschutzgesetz besagt, dass kein Alkohol an Kinder oder Jugendliche unter 16 Jahren verkauft werden darf. Spirituosen und Hochprozentiges dürfen nur an Erwachsene ausgegeben werden. Soweit die Theorie. In der Praxis findet sich immer ein Älterer, der mal eben eine Flasche im nächsten Supermarkt besorgt. Oder die Hausbar der Eltern ist frei zugänglich.

Darum sollten Eltern auf Folgendes achten:

  • Behandeln Sie Alkoholkonsum und besonders Betrinken nicht als "normal". Selbst der "kleine Schwips" ist nicht lustig.
  • Verstauen Sie alkoholhaltige Getränke so, dass sie für Kinder nicht gut zugänglich sind.
  • Achten Sie darauf, ob es bei Ihrem Kind Anzeichen für einen Alkoholmissbrauch gibt (sozial isoliert, äußerlich plötzlich vernachlässigt).
  • Suchen Sie professionelle Hilfe (Suchtberatungsstellen, Beratung der Caritas, …), wenn Sie selber ein Alkoholproblem haben oder eines bei Ihrem Kind vermuten.

Das sollten potenzielle Komasäufer immer im Kopf behalten:

  • Es ist nicht cool, besoffen im eigenen Erbrochenen zu liegen.
  • Es ist nicht cool, sich im Rausch danebenzubenehmen und später nichts mehr davon zu wissen.
  • Es ist nicht cool, in der Notaufnahme den Magen ausgepumpt zu bekommen und eventuell geistige Schäden davonzutragen.
  • Es ist cool, auch gegen die Scherze, Schmeicheleien oder Drohungen der anderen "Nein" zu sagen.

Quelle(n):
Online-Informationen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.: www.dhs.de (Abrufdatum: 30.11.2017)
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kenn-dein-limit.de (Abrufdatum: 30.11.2017)
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.drugcom.de (Abrufdatum: 30.11.2017)
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.null-alkohol-voll-power.de (Abrufdatum: 30.11.2017)
Komasaufen weiter auf dem Vormarsch. Online-Pressemitteilung der Süddeutschen Zeitung (SZ): www.sz-online.de (Stand: 24.11.2017)
Situation in Deutschland. Online-Informationen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung: www.drogenbeauftragte.de (Stand: 2.11.207)
Binge-Drinking und Alkoholvergiftungen. Factsheet der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) (Stand: 1.12.2015)
Alkohol – reden wir drüber! Ein Ratgeber für Eltern. Online-Publikation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.bzga.de (Stand: 2012)
Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 40: Alkohol und alkoholbezogene Störungen. Robert Koch-Institut, Berlin (26.05.2008)


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