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News vom 23.05.2017
Arzneimittelfälschungen: Erkennen & Vermeiden

Bisher waren Arzneimittelfälschungen besonders in Dritte-Welt-Ländern ein Problem. Seit mehr und mehr Medikamente über das Internet bestellt werden, verbreitet sich das Problem zunehmend auch in Industrieländern. Wie aber kann man als Verbraucher gefälschte Medikamente erkennen und vermeiden?

In Dritte-Welt-Ländern ist geschätzt die Hälfte aller Medikamente, die im Umlauf sind, gefälscht. Unseriöse Online-Anbieter bringen das Problem auch zu uns. Dabei gehört Deutschland zu den zuverlässigsten Ländern weltweit, wenn es um die Sicherheit von Medikamenten geht, denn hierzulande werden Präparate fortwährend von Behörden und den Herstellerunternehmen überprüft.

Doch auch bei uns ist es möglich, an gefälschte Medikamente zu geraten. Darum wurde 2011 die EU-Fälschungsrichtlinie ins Leben gerufen, die verlangt, dass Medikamente in EU-Ländern fälschungssicher verpackt und gehandelt werden müssen. Bis Februar 2019 müssen die EU-Mitgliedsstaaten demnach einen Fälschungsschutz erarbeiten, der dann in Kraft treten wird.

Ein solcher Fälschungsschutz kann beispielsweise beinhalten, dass Arzneimittel mit einer Seriennummer versehen werden, die beim Verkauf gescannt werden muss. Doppelte Seriennummern werden so umgehend erkannt und können gemeldet werden.

Arzneimittelfälschung – was bedeutet das?

Der Begriff Arzneimittelfälschung oder Medikamentenfälschung bedeutet, dass das gefälschte Präparat in einem oder mehreren Punkten nicht dem Original entspricht – und das mit der Absicht, daraus Profit zu ziehen.

Gefälschte Arzneimittel können

  • keinen Wirkstoff,
  • den falschen Wirkstoff,
  • die falsche Menge des Wirkstoffs oder
  • abgelaufenen Wirkstoff enthalten.

Außerdem kann …

  • … die äußere oder innere Verpackung gefälscht sein.
  • … die Packungsbeilage gefälscht sein.
  • … der Name oder die Herkunft gefälscht sein.

Aber was kann passieren?

Gefälschte Arzneimittel haben im besten Fall gar keinen Effekt. Handelt es sich aber um ein Medikament, das dringend gegen eine schwere Erkrankung wie beispielsweise Krebs oder AIDS benötigt wird, können die Folgen gravierend sein:

  • Hat das Arzneimittel keine Wirkung, erfolgt auch keine Therapie.
  • Enthält das Medikament den falschen Wirkstoff, erfolgt die falsche Therapie.
  • Ist zu wenig Wirkstoff enthalten, ist die Therapie nicht ausreichend.
  • Ist zu viel Wirkstoff enthalten, kann es zu einer Überdosierung kommen.

Alle Punkte können Gesundheitsschäden zur Folge haben und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.

Wie erkenne ich gefälschte Medikamente?

Auf den ersten Blick ist es meist nicht so einfach, ein gefälschtes Arzneimittel zu erkennen. Aber wenn Sie Folgendes beachten, können Sie gefälschte Medikamente vom Original unterscheiden:

  • Sehen Sie sich die Verpackung genau an:
    • Finden Sie Fehler in Rechtschreibung und Grammatik?
    • Wie ist der Zustand der Verpackung?
  • Überprüfen Sie Herstellungs- und Ablaufdatum: Entsprechen die Daten auf der äußeren Verpackung denen der inneren Verpackung?
  • Wie ist der Zustand des Medikaments? Das ist schwerer zu erkennen, aber wenn Sie das Mittel bereits kennen, können Sie vielleicht bemerken, wenn es nicht wie üblich riecht oder aussieht.
  • Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, sobald Sie bemerken, dass etwas nicht wie gewohnt verläuft, etwa dass nach der Einnahme die Wirkung des Präparats ausbleibt.

Wie schütze ich mich vor gefälschten Medikamenten?

In Deutschland ist es relativ einfach, sich vor falschen Arzneimitteln zu schützen:

  • Kaufen Sie Medikamente in der Apotheke Ihres Vertrauens anstatt über das Internet.
  • Wenn Sie online bestellen möchten: Achten Sie darauf, dass die Versandapotheke im Register des DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) aufgeführt sind: https://www.dimdi.de/static/de/amg/versandhandel/index.htm
  • Werden Sie hellhörig, wenn ein Versandhandel Medikamente ohne Rezept anbietet, obwohl es sich um rezeptpflichtige Präparate handelt.

Quelle(n):
Online-Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO): www.who.int (Abrufdatum: 19.5.2017)
Online-Informationen des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): www.bfarm.de (Abrufdatum: 19.5.2017)
Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de (Stand: 17.5.2017)
Online-Informationen des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI): www.dimdi.de (Stand: 26.2.2016)
Online-Informationen des VD Verbraucherschutz Deutschland online e.V.: www.verbraucherschutz.de (Stand: 18.7.2013)
Richtlinie 2011/62/EU des europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Richtlinie 2001/83/EG zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel hinsichtlich der Verhinderung des Eindringens von gefälschten Arzneimitteln in die legale Lieferkette. (1.7.2011)


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