Geschäftsmann mit Zeitung Original

Archiv SDK Pressemitteilungen von 2011 bis 2016

Patientenverfügung: Selbstbestimmt, auch im Ernstfall

Patientenverfügung: Selbstbestimmt, auch im Ernstfall

Die SDK informiert über Möglichkeiten zur Selbstbestimmung in medizinischen Notfällen – bis hin zum humanen Sterben.

Während der Bundestag derzeit um neue Regeln für die Sterbehilfe ringt, prägen vor allem Einzelschicksale die öffentliche Debatte – zuletzt der Fall der 29-jährigen krebskranken Brittany Maynard. Die US-Amerikanerin nahm sich Anfang November das Leben, ließ Millionen Menschen an ihrem Schicksal teilhaben und setzte sich damit für Sterbehilfe in den USA ein. Doch nicht alle Betroffenen können erhört werden und selbstbestimmt entscheiden: „Zahlreiche Menschen kommen jedes Jahr durch einen Unfall oder Krankheit in eine Situation, in der sie sich nicht mehr mitteilen können“, sagt Ralf Kantak, Vorstandsvorsitzender der Süddeutschen Krankenkasse (SDK). „Das verhindert die Selbstbestimmung über die medizinische Versorgung – dazu gehört auch der Wunsch, das eigene Leben zu beenden.“ Doch wie können sich Menschen in Deutschland darauf vorbereiten, dass sie in einer kritischen gesundheitlichen Situation nicht mehr in der Lage sind, für sich selbst zu sprechen? Die SDK erklärt, wie mithilfe von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht wichtige Fragen bereits vor Eintreten eines Ernstfalls geklärt werden können – und worauf zu achten ist.

Patientenverfügung: Wünsche zur medizinischen Versorgung frühzeitig formulieren

In einer Patientenverfügung verfasst ein Mensch, wie er medizinisch versorgt werden möchte, wenn er einmal nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst zu entscheiden. Sie kann in vielen erdenklichen Situationen in Kraft treten – beispielsweise bei einer plötzlich auftretenden schweren Erkrankung. „Eine Patientenverfügung richtet sich an behandelnde Ärzte sowie verantwortliche Betreuer zugleich, damit diese den Wünschen des Betroffenen gerecht werden“, erklärt Ralf Kantak. „In einer Patientenverfügung kann etwa gefordert werden, dass nach einem schweren Schlaganfall die künstliche Ernährung eingestellt werden soll.“ Ohne entsprechende Verfügung können Ärzte oder Familienmitglieder eine derartige Entscheidung nicht so einfach fällen. Das Dokument dient dabei nicht ausschließlich für Situationen, die in den Bereich der Sterbehilfe fallen. Es ermöglicht auch , ganz bestimmte Untersuchungen, ärztliche Behandlungen oder Eingriffe zu erlauben oder zu untersagen. Der SDK-Experte rät: „Wichtig ist, dass der Verfasser seine Wünsche und Vorstellungen möglichst deutlich zu Papier bringt – und, dass die Verfügung im Ernstfall Familie oder Freunden zur Verfügung steht.“

Vorsorgevollmacht: für geschäftliche Vertretung eine Vertrauensperson bestimmen

Eine Patientenverfügung hat jedoch ihre Grenzen: Nicht alle medizinischen Situationen können vorab beschrieben werden. Ebenso ermöglicht sie Verwandten oder Freunden nicht, stellvertretend für den Patienten geschäftliche oder amtliche Termine wahrzunehmen. „Empfehlenswert ist deshalb, eine Patientenverfügung immer in Kombination mit einer Vorsorgevollmacht zu formulieren“, rät Ralf Kantak. „In einer Vorsorgevollmacht können Betroffene eine oder mehrere Vertrauenspersonen bestimmen, die im Ernstfall als ihr rechtsgeschäftlicher Vertreter wirken – in allen oder in ganz bestimmten Belangen.“ Steht etwa eine medizinische Entscheidung an, die nicht in der Patientenverfügung erwähnt ist, treffen Bevollmächtigter und Arzt diese gemeinsam. Auch Termine bei der Bank oder beim Amt können durch den gewünschten Stellvertreter wahrgenommen werden. Ist keine Vorsorgevollmacht hinterlegt, muss oft ein Betreuungsgericht entscheiden, wer die Angelegenheit des Betroffenen übernimmt. Auch Angehörige müssen erst durch ein solches Verfahren, um als Betreuer bestellt zu werden. Oft ein mühsamer und zeitaufwendiger Prozess, der eine schwierige Situation zusätzlich verkomplizieren kann. Mit einer Vollmacht hingegen kann das Betreuungsverfahren in der Regel umgangen werden.

Betreuungsverfügung: zusätzliche Absicherung für den Betreuungsfall

Neben der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht ist es auch möglich, vorab Wünsche für den eigenen Betreuungsfall zu formulieren. In der so genannten Betreuungsverfügung können Menschen einen gewünschten Betreuer festlegen und etwa angeben, ob sie zu Hause oder in einem Pflegeheim versorgt werden möchten. Darüber hinaus können bestimmte Pflege- oder Seniorenheime als bevorzugt angegeben werden. Kann der Betroffene seine Wünsche krankheitsbedingt nicht mehr artikulieren, obliegt es dem Betreuer, diese gemäß der Verfügung zu erfüllen.

Pressebild zum Downlad

Bei Abdruck des Bildes bitten wir Sie, das Copyright "Corbis" zu verwenden. Dieses Bild darf ausschließlich unter Nennung des Bildnachweises "Corbis" und in redaktionellem Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung verwendet werden.

 

Die SDK im Profil

Die SDK mit Sitz in Fellbach ist in Süddeutschland der Krankenversicherungsspezialist der Volksbanken Raiffeisenbanken. Hier zählt die SDK mit über 750 Millionen Euro Beitragseinnahmen zu den größten privaten Krankenversicherern. Über 630.000 Versicherte bauen beim Thema Gesundheitsvorsorge auf die SDK. Für kompetente Beratung und Hilfe sorgen rund 800 Beschäftigte im Innen- und Außendienst. Mit ihrem Kooperationspartner aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung, der mhplus Krankenkasse, bietet die SDK Vorsorgelösungen aus einer Hand. Renommierte Wirtschaftsmagazine und führende Rating-Unternehmen zählen die SDK zu den besten Unternehmen der Branche. Zu den kleineren Unternehmen zählt die Süddeutsche Lebensversicherung mit etwa 1,7 Milliarden Euro Versicherungssumme. Sie überzeugt durch höchste Kundenzufriedenheit und exzellente Kapitalanlageergebnisse. Die Süddeutsche Allgemeine Versicherung sichert Unfälle ab und macht das Angebot als Personenversicherer komplett.

News empfehlen

Empfehlen Sie diese News.

* Bitte füllen Sie mindestens die markierten Pflichtfelder aus