Gesundheitsvorsorge: Früherkennungsuntersuchungen für Männer

26.05.2020 | Gesundheitstipps

Durch Früherkennungsuntersuchungen sollen schwere Erkrankungen möglichst früh festgestellt werden. Lesen Sie hier, welche Früherkennungsuntersuchungen es speziell für Männer gibt und wie sinnvoll diese sind.

Es gibt ein großes Angebot an Früherkennungsuntersuchungen. Einige bewerten Fachleute als sinnvoll, andere sind umstritten. Hier erfahren Sie, welche Früherkennungsuntersuchungen speziell für Männer angeboten werden, ab welchem Alter Sie diese nutzen können und welche Risiken sie bergen.

Welches Ziel haben Früherkennungsuntersuchungen?

Viele Krankheiten machen sich erst nach Jahren durch Symptome bemerkbar. Die Erkrankung ist dann womöglich schon weit fortgeschritten. Früherkennungsuntersuchungen haben das Ziel, diese Krankheiten frühzeitig zu entdecken. Ob jemand tatsächlich erkrankt, kann eine Früherkennungsuntersuchung nicht beeinflussen. Im Umgangssprachlichen verwenden viele Menschen den Begriff „Vorsorgeuntersuchung“ für eine Früherkennungsuntersuchung. Sie gehen davon aus, dass sie eine regelmäßige Teilnahme vor einer Erkrankung schützt. Das ist aber nur bei wenigen Untersuchungsarten der Fall. In der Regel handelt es sich um Früherkennungsuntersuchungen, die Krankheiten nicht verhindern können. Selbst Ärzte sind, was den Nutzen von Früherkennungsuntersuchungen angeht, oft zu optimistisch.

Können Früherkennungsuntersuchungen schaden?

Fachleute weisen darauf hin, dass jede Früherkennungsuntersuchung auch schaden kann. So belastet zum Beispiel eine Röntgenuntersuchung den Körper mit Strahlung und eine Darmspiegelung kann zu Blutungen führen. Daher sollte vor einer Früherkennungsuntersuchung immer der Nutzen und Schaden gegeneinander abgewogen werden.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es speziell für Männer?

Speziell nur für Männer gibt es zwei Früherkennungsuntersuchungen. Es besteht keine Pflicht, an diesen Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen.

Screening auf Aneurysmen der Bauchaorta für Männer

  • Was wird untersucht?
    Bei dieser Früherkennungsuntersuchung misst der Arzt den Durchmesser der Bauchschlagader mit einem Ultraschallgerät. Ziel ist es, große Aneurysmen rechtzeitig zu entdecken. Ein Aneurysma ist eine krankhafte Aussackung einer Schlagader. Aneurysmen treten am häufigsten im Bauchraum auf. Reißt ein Aneurysma ein, können lebensgefährliche innere Blutungen entstehen.
  • Welcher Arzt ist zuständig?
    Hausärzte, Urologen, Internisten, Chirurgen, Radiologen.
  • In welchem Alter?
    Männern über 65 Jahre wird eine Früherkennungsuntersuchung der Bauchaorta angeboten. Die Untersuchung ist einmal möglich. Sie ist freiwillig und kostenlos.
  • Hat die Untersuchung Nachteile?
    Es ist möglich, dass durch die Untersuchung ein Aneurysma entdeckt wird, das nie gesundheitliche Probleme bereitet hätte. Der Befund kann für den Patienten belastend wirken. Hier finden Sie weitere Informationen des Gemeinsamen Bundesauschusses zum Ultraschall-Screening auf Aneurysmen der Bauchaorta.

Krebsvorsorge: Prostata- und Genitaluntersuchung für Männer

  • Was wird untersucht?
    Bei dieser Untersuchung tastet der Arzt die Prostata und die äußeren Genitalien ab, um Prostatakrebs und Erkrankungen der Geschlechtsorgane frühzeitig zu erkennen.
  • Welcher Arzt ist zuständig?
    Eine Prostata- und Genitaluntersuchung wird vom Urologen durchgeführt.
  • In welchem Alter?
    Ab 45 Jahren haben Männer einmal jährlich einen Anspruch auf diese Untersuchung. Die Untersuchung ist freiwillig und kostenlos.
  • Hat die Untersuchung Nachteile?
    Eine Tast-Untersuchung bringt keine Nachteile. Allerdings gibt es bis jetzt keine Belege, dass Männer, die sich regelmäßig die Prostata abtasten lassen, seltener an Prostatakrebs sterben.

Gibt es weitere Früherkennungsuntersuchungen auf Prostatakrebs?

Ja, es existiert der sogenannte PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs. PSA steht für „Prostata-spezifisches Antigen“. Das ist ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet wird. Ein erhöhter PSA-Wert kann beispielsweise auf Prostatakrebs hindeuten. Ein PSA-Test ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Arztpraxen bieten den Test als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Diese Leistung müssen Männer selbst bezahlen. Auch der PSA-Test hat Vor- und Nachteile: Zum einen bewahrt er 3 von 1000 Männern davor, an Prostatakrebs zu sterben. Zum anderen erhalten bis zu 60 von 1000 Männern eine unnötige Prostatakrebs-Diagnose – und damit eventuell eine unnötige Krebsbehandlung.

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Quellen: