Was ist Hautkrebs

Jedes Jahr erkranken über 200.000 Menschen in Deutschland an Hautkrebs. Unter diesem Begriff werden verschiedene Krebserkrankungen der Haut zusammengefasst. Ärzte unterscheiden zwischen dem ungefährlicheren hellen (weißen) Hautkrebs und dem aggressiveren schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom). Zum hellen Hautkrebs zählen das häufig diagnostizierte Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom.

Zudem gibt es weitere eher selten auftretende Hautkrebsformen. Eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs spielen die UV-Strahlung der Sonne und das UV-Licht in Solarien. Weil das Hautkrebsrisiko besonders bei jungen Menschen durch UV-Strahlung steigt, sind Besuche im Solarium inzwischen erst ab 18 Jahren erlaubt. Wird eine Erkrankung frühzeitig entdeckt und behandelt, gibt es gute Heilungschancen.

Was sind die Risikofaktoren für Hautkrebs?

Es gibt verschiedene Risikofaktoren für Hautkrebs:

  • Exposition gegenüber UV-Strahlung / UV-Licht: Der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs ist die Exposition gegenüber der ultravioletten UV-Strahlung der Sonne und anderen Quellen wie Solarien.
  • Helle Haut: Menschen mit hellem Hauttyp haben im Allgemeinen ein höheres Hautkrebsrisiko, da sie weniger Melanin in ihrer Haut haben. Melanin bietet einen natürlichen Schutz vor der UV-Bestrahlung der Sonne.
  • Alter: Hautkrebs kann in jedem Alter auftreten, kommt aber häufiger bei älteren Menschen vor.
  • Persönliche oder familiäre Vorbelastung: Wenn du oder ein enges Familienmitglied in der Vergangenheit bereits an Hautkrebs erkrankt waren, ist dein Risiko, erneut oder zum ersten Mal daran zu erkranken, höher.
  • Bestimmte Krankheitsbilder: Menschen mit bestimmten Erkrankungen wie eine HIV-Infektion / AIDS oder eine Organtransplantation haben ein höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.
  • Sonnenbrände: Frühere Sonnenbrände, insbesondere schwere oder blasenbildende Sonnenbrände, erhöhen das Risiko.
  • Muttermale: Menschen mit vielen Muttermalen oder großen und unregelmäßig geformten Muttermalen haben ein höheres Hautkrebsrisiko.
Am Meereshorizont geht die Sonne unter.

Diagnose Hautkrebs: Welche Krebsarten gibt es?

Ärzte unterscheiden im Wesentlichen drei Hauptarten von Hautkrebs: Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom und malignes Melanom. Das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom sind die häufigsten Formen. Sie sind in der Regel nicht so schwerwiegend wie ein malignes Melanom. Das maligne Melanom kann sich auf andere Körperteile ausbreiten, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird.

Was ist weißer Hautkrebs?

Bis zu 220.000 Menschen jährlich trifft die Diagnose „heller Hautkrebs“. Rund 80 Prozent davon erkranken am Basalzellkarzinom, 20 Prozent am Plattenepithelkarzinom. Die Heilungschancen sind bei früh entdecktem weißem Hautkrebs sehr gut.

Basaliom (Basalzellkrebs, Basalzellkarzinom)

Das Basalzellkarzinom (auch Basaliom) ist eine Form von weißem Hautkrebs. Es entsteht in den Basalzellen. Das sind die Zellen im unteren Teil der äußeren Hautschicht (= Epidermis). Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form von Hautkrebs und in der Regel nicht so schwerwiegend wie andere Arten von Hautkrebs. Es bildet äußerst selten Metastasen. Es kann aber in das angrenzende Gewebe einwachsen und dort Zerstörungen verursachen.

Ein Basalzellkarzinom erscheint in der Regel als kleine, fleischfarbene oder rosa Beule auf der Haut. Es kann auch wie ein roter Fleck, ein narbenartiger Bereich oder eine Wunde aussehen, die leicht blutet und nicht heilt. Am häufigsten tritt das Karzinom an Hautstellen auf, die der Sonne ausgesetzt sind. Also im Gesicht, Hals, Nacken und Arme.

Wird ein Basaliom frühzeitig erkannt und behandelt, kann das die Ausbreitung des Krebses effektiv verhindern.

Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkrebs, Stachelzellkarzinom)

Ein Plattenepithelkarzinom entwickelt sich aus der Stachelzellschicht der Haut. Besonders oft betroffen sind Stellen, die häufig und intensiv der Sonne ausgesetzt sind, allen voran das Gesicht, die Ohren, Handrücken oder Unterarme. Das Spinaliom bildet nur selten Metastasen in anderen Organen.

Was ist schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)?

Schwarzer Hautkrebs ist auf der Haut zu erkennen.

Was ist schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)?

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 21.000 Menschen neu an einem malignen Melanom. Bei Männern entsteht schwarzer Hautkrebs am häufigsten am Rücken, bei Frauen bevorzugt an den Unterschenkeln. Schwarzer Hautkrebs hat seinen Ursprung meist in den pigmentbildenden Zellen der Haut, den Melanozyten. Er ist äußerst aggressiv, wächst schnell und bildet früh Metastasen in anderen Organen wie der Lunge oder der Leber. Dennoch sind die Heilungsaussichten gut, wenn der Arzt den Tumor rechtzeitig entdeckt und behandelt.

Was sind die Anzeichen für schwarzen Hautkrebs?

Das Melanom kann an jeder Stelle des Körpers auftreten, am häufigsten ist es jedoch im Gesicht, an den Armen, Beinen und am Rumpf zu finden. Es tritt oft als neuer Leberfleck oder als Veränderung eines bestehenden Leberflecks auf. Es kann schwarz, braun oder gemischt sein. Einige Anzeichen für ein Melanom sind:

  • Ein Muttermal, das wächst oder sich in Größe, Form oder Farbe verändert.
  • Ein Leberfleck, der asymmetrisch ist (eine Hälfte stimmt nicht mit der anderen Hälfte überein).
  • Ein Muttermal mit unregelmäßigen oder gezackten Rändern.
  • Ein Leberfleck, der mehr als eine Farbe hat.
  • Ein Leberfleck, der größer als ein Radiergummi ist.
  • Ein Leberfleck, der juckt, blutet oder schmerzhaft ist.

Wenn du eines dieser Anzeichen bemerkst, solltest du so schnell wie möglich einen Dermatologen aufsuchen. Ein Melanom ist gut behandelbar, wenn es früh erkannt wird. Es kann lebensbedrohlich sein, wenn es sich auf andere Körperteile ausbreitet.

Aktinische Keratose

Dies ist eine Vorstufe von Hautkrebs, die relativ oft vorkommt und in einen Stachelzellkrebs münden kann. Die aktinische Keratose ist an sonnenbeschienenen Stellen zu finden: Kopf, Gesicht (Nase, Stirn), Ohren oder Dekolleté. Typisch für diese Vorstufe ist eine gerötete Stelle auf der Haut, die sich rau wie Schmirgelpapier anfühlt.

Sonderfall: Das Kaposi-Sarkom (KS)

Das Kaposi-Sarkom (KS) zählt zu den seltenen Formen. Es befällt die Zellen, die die Blut- und Lymphgefäße auskleiden. Es kann an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten, unter anderem in der Haut, im Mund und in den inneren Organen.

KS tritt typischerweise als violette oder rote Flecken auf der Haut auf. Kann aber auch als Beulen, Knötchen oder Wunden in Erscheinung treten. Es kann auf dem Gesicht, dem Hals, der Brust oder den Beinen auftreten. Bei Menschen mit HIV/AIDS kann KS auch im Mund, in der Nase, im Rachen oder im Anus vorkommen.

Sonderfall: Morbus Bowen

Der Morbus Bowen ist eine Form von Hautkrebs, die in den Zellen der Epidermis (der äußeren Hautschicht) beginnt. Er wird auch als Plattenepithelkarzinom in situ (SCCIS) bezeichnet. Es handelt sich um einen langsam wachsenden Krebs, der in der Regel als roter, schuppiger Fleck auf der Haut erscheint, aber auch als nicht abheilende Wunde auftreten kann.

Der Morbus Bowen tritt am häufigsten an sonnenexponierten Hautstellen wie Gesicht, Hals und Armen auf. Häufiger erkranken Menschen mit heller Hautfarbe und ältere Personen.

Hautkrebs erkennen: Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Nicht jedes Muttermal muss zwangsläufig Hautkrebs bedeuten. Die Haut verändert sich mit dem Alter und manchmal bilden sich auch neue Leberflecken. Die meisten sind harmlos. Untersuche deine Haut am besten regelmäßig selbst, dann fallen dir Veränderungen auch schneller auf. Die ABCDE-Regel hilft dir, Muttermale besser einzuschätzen:

Ein großes Muttermal auf einem Oberarm ist im Fokus.

A = Asymmetrie: Der Fleck ist asymmetrisch und nicht gleichmäßig rund oder oval geformt.

B = Begrenzung: Das Muttermal „franst“ an den Rändern aus oder besitzt Ausläufer; es hat keine scharfe Begrenzung und fühlt sich uneben an. Gutartige Muttermale, Leberflecken oder Pigmentflecken sind scharf begrenzt und fühlen sich beim Darüberstreichen glatt an.

C = Color (Farbe): Das Muttermal besitzt mehrere Farbtöne, zum Beispiel dunkle, rosafarbene und graue Stellen

D = Durchmesser: Das Muttermal ist größer als drei bis fünf Millimeter. Die Größe allein ist jedoch als Kriterium für Hautkrebs nicht besonders zuverlässig.

E = Erhabenheit: Das Muttermal ragt mehr als einen Millimeter über das Hautniveau hinaus. Auch dieses Kriterium ist alleine nicht sehr aussagekräftig.

Häufig wird die Erkrankung eher zufällig nach einer Blutentnahme im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt.

Bei solchen Auffälligkeiten suche immer deinen Hautarzt auf. Das gilt auch, wenn das Muttermal

  • seine Farbe verändert,
  • wächst,
  • blutet,
  • juckt oder
  • schmerzt.

Tipps zur Hautkrebsvorsorge und dem Hautkrebs-Screening

Es ist wichtig, dass du einen Hautarzt aufsuchst, wenn du Veränderungen an deiner Haut bemerkst: beispielsweise einen neuen Leberfleck oder eine Veränderung an einem bestehenden Leberfleck. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung kann dazu beitragen, die Ausbreitung des Krebses zu verhindern und die Chancen auf eine erfolgreiche Heilung zu erhöhen.

Gesetzlich Krankenversicherte haben ab 35 Jahre alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Untersuchung zur Hautkrebsfrüherkennung. Die Kassen übernehmen die Kosten. Teil des sogenannten Hautkrebs-Screenings ist die Untersuchung der Haut durch einen Dermatologen per Augenschein. Der Hautarzt nimmt dabei die Haut am gesamten Körper unter die Lupe. Dazu gehören auch die behaarte Kopfhaut, Schleimhäute, Hautfalten und andere schwer einsehbare Stellen. Hier sind ein geschulter Blick und viel Erfahrung gefragt.

Genauere Ergebnisse liefert der Hautcheck mit Hilfe eines Auflichtmikroskops (Dermatoskop) – einer Art Lupe mit Lichtquelle. Dies ist jedoch keine Leistung der gesetzlichen Hautkrebsfrüherkennung. Du musst die Untersuchung selbst bezahlen. Es sei denn, es besteht der begründete Verdacht auf Hautkrebs.

Daneben gibt es verschiedene Hautkrebs-Apps, über die du Fotos der verdächtigen Hautstelle erfassen kannst. Dann erfolgt der Abgleich mit gespeicherten Bildern aus einer Datenbank. Die technischen Helfer sind bislang aber nur für eine erste Einschätzung gut – sie ersetzen den Arztbesuch nicht. Auch die künstliche Intelligenz KI könnte in Zukunft bei der Diagnose von Hautkrebs hilfreich sein, wie eine Studie des Nationalen Tumorcentrums Heidelberg ergab. Bei der Diagnose von schwarzem Hautkrebs schlug die KI sogar die Hautärzte.

Wie wird Hautkrebs behandelt?

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Hautkrebs. Die zielgerichtete Therapie hängt von der Art und dem Stadium des Krebses sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand und den Präferenzen des Patienten ab.

Wie kann ich Hautkrebs vorbeugen?

Ein Mann raucht eine Zigarette.
Auf das Rauchen solltest du verzichten, wenn du das Hautkrebsrisiko senken möchtest.

Am besten beugst du Hautkrebs vor, indem du deine Haut vor UV-Strahlung schützt, Schatten suchst, schützende Kleidung trägst und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwendest. Wichtig ist auch, dass du deine Haut regelmäßig auf ungewöhnliche Muttermale oder Wucherungen untersuchst und bei auffälligen Veränderungen einen Dermatologen aufsuchst. Die Früherkennung ist der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung von Hautkrebs.

  • Schütze deine Haut vor der Sonne: Das Wichtigste, was du zur Vorbeugung von Hautkrebs tun kannst, ist, deine Haut vor der schädlichen UV-Strahlung der Sonne zu schützen. Wenn du dich im Freien aufhältst, suche Schatten auf, trage schützende Kleidung und verwende ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor (mindestens 30). Trage den Sonnenschutz großzügig auf und gib ihn alle zwei Stunden oder unmittelbar nach dem Schwimmen oder Schwitzen erneut auf die Haut.
  • Meide Solarien: Sonnenbänke geben UV-Strahlen ab, die das Hautkrebsrisiko erhöhen können. Am besten, verzichtest du komplett auf den Besuch eines Solariums.
  • Kontrollieren deine Haut regelmäßig: Untersuche deine Haut regelmäßig auf ungewöhnliche Muttermale oder Wucherungen. Suche einen Hautarzt auf, wenn du Veränderungen feststellst. Die Früherkennung ist der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung von Hautkrebs.
  • Ernähre dich gesund: Eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und anderen pflanzlichen Lebensmitteln ist, kann dazu beitragen, dein Hautkrebsrisiko zu senken.
  • Schränke deinen Alkoholkonsum ein: Studien haben gezeigt, dass starker Alkoholkonsum das Risiko für Hautkrebs erhöhen kann.
  • Rauche nicht: Rauchen schädigt deiner Haut und erhöht dein Hautkrebsrisiko. Wenn du rauchst, ist ein Rauchstopp das Beste, was du für deine allgemeine Gesundheit tun kannst.