Das Wichtigste in Kürze

  • Organ­spen­de­aus­weis übermittelt deine Entscheidung zur Organspende.
  • Organspende-Register als zentrale, digitale Lösung.
  • Für die Organspende ist eine aktive Zustimmung nötig.
  • Organspende-Tattoo ist nicht rechtlich bindend.

Was ist ein Organ­spen­de­aus­weis?

Der Organ­spen­de­aus­weis ist eine freiwillige Willenserklärung, mit der du festlegst, ob du nach deinem Tod Organe oder Gewebe spenden möchtest oder nicht. Beides ist ausdrücklich möglich und rechtlich gleichwertig.

Du kannst im Organ­spen­de­aus­weis:

  • einer Organspende zustimmen
  • eine Organspende ablehnen
  • bestimmte Organe ein- oder ausschließen
  • eine Vertrauensperson benennen

Wichtig: Ohne Organ­spen­de­aus­weis gilt man nicht automatisch als Organspender. 

Organspende-Register: Die digitale Lösung

Der Organ­spen­de­aus­weis kann als Plastikkarte beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bestellt oder als pdf gespeichert und in Papierform ausgedruckt werden. 2024 wurde zudem das Organspende-Register eingeführt. Hier kannst du deine Willensbekundung zur Organspende digital festhalten. Die Daten sind geschützt und können nur von berechtigten Personen eingesehen werden. Du selbst kannst deine Angaben jederzeit 

Möchtest du auf Nummer sicher gehen, kannst du den Organ­spen­de­aus­weis auch auf dem Handy speichern und in der Patienten­verfügung angeben – beachte dabei, dass die letzte aktualisierte Willensbekundung entscheidend ist.

Organ­spen­de­aus­weis entlastet Angehörige

Gemäß Statistiken des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG) warteten Ende 2024 über 8.000 Personen in Deutschland auf eine Organspende, zeitgleich wurden 953  postmortale Organspenden in Deutschland verzeichnet. 

In Deutschland gilt die erweiterte Zustimmungslösung. Liegt kein dokumentierter Wille vor, werden im Todesfall die nächsten Angehörigen gefragt. Diese müssen dann in einer emotionalen Ausnahmesituation eine Entscheidung treffen: Aus Überforderung, Unsicherheit und Konflikten innerhalb der Familie wird die Organspende dann oft abgelehnt. Entlaste deine Liebsten und treffe deine Entscheidung zur Organspende noch zu Lebzeiten. Spreche auch mit Ihnen darüber und lasse dich nicht von Vorurteilen zur Organspende  verunsichern.

Du kannst selbst in die Situation geraten und plötzlich auf ein Spenderorgan angewiesen sein – so sieht das auch Monika W., die durch eine Organspende gerettet wurde.

Dieses Video zeigt wie Monika W. plötzlich mit 48 vor dem Ende stand und eine zweite Chance durch eine Organspende bekam.

Organ­spen­de­aus­weis – Tattoo als moderne Interpretation

Tattoo-Designs Opt.Ink von dem Künstler GARA
Das Tattoo-Design Opt.Ink wurde von dem Künstler GARA entworfen und ist eine Aktion von Junge Helden e.V.

Das sogenannte Organspende-Tattoo wird häufig im Zusammenhang mit der Organspende diskutiert. Bekannt wurde es vor allem durch die Aufklärungskampagne „Opt.Ink“ vom Münchner Verein „Junge Helden“. 

Das verwendete Motiv zeigt einen Halbkreis, der durch einen zweiten Halbkreis zu einem Ganzen ergänzt wird.  Bewusst schlicht gestaltet ist es als Symbol für Solidarität gedacht. Es kann auch als O und D gelesen werden kann: Eine Abkürzung für das Wort „organ donor“. Auf Deutsch: Organspender. 

Das Ziel des Organspende-Tattoos ist es, Aufmerksamkeit für das Thema Organspende zu schaffen. 
 

Achtung

Auch wenn das Tattoo Signalwirkung hat, ist es kein Ersatz für einen Organ­spen­de­aus­weis und rechtlich nicht bindend. Es erfüllt nicht die Anforderungen des Transplantationsgesetzes (TPG) und darf von medizinischem Personal nicht als Zustimmung zur Organspende gewertet werden. Maßgeblich sind ausschließlich dokumentierte Entscheidungen, über einen Organ­spen­de­aus­weis oder einen Eintrag im Organspende-Register.

Ein Organspende-Tattoo  kann somit ein persönliches Symbol für dich sein und als Gesprächsaufhänger dienen.

FAQ zum Organ­spen­de­aus­weis

Gemäß dem Transplantationsgesetz (TPG) können Jugendliche in Deutschland ab dem 16. Lebensjahr die Zustimmung zur Organ- und Gewebespende erklären. Ab 14 Jahren können sie einer Spende    widersprechen, vor dem 14. Lebensjahr entscheiden die Eltern darüber. Ein Höchstalter für die Spende besteht nicht, da der Zustand von Organen und Gewebe entscheidend ist.

Den Ausweis erhältst du kostenlos in Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern, über deine Krankenkasse oder digital über die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BiÖG). Zudem ist seit März 2024 der Eintrag im Organspende-Register möglich. Dieses wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt.

Der Organ­spen­de­aus­weis hat kein Ablaufdatum und ist dauerhaft gültig, wenn er einmal unterschrieben ist. Änderst du deine Meinung, musst du den Ausweis aktualisieren. Gleiches gilt, wenn du deine Entscheidung über eine Patienten­verfügung oder das Organspende-Register triffst.

Liegt keine rechtsverbindliche Willensbekundung vor, überträgst du die Entscheidung über die Organspende an deine Angehörigen. Diese müssen dann die Entscheidung in deinem mutmaßlichen Willen treffen. Bedeutet konkret: Sie müssen sich in dich hineinversetzen und aus deiner Perspektive entscheiden, auch wenn sie selbst eine andere Einstellung gegenüber der Organspende haben als du.