Meeresluft und Meerwasser – gut für die Gesundheit?

15.08.2019 | Gesundheitstipps

Die Luft und das Wasser am Meer sollen vielfältige, heilende Wirkungen besitzen. Das Reizklima tut der Seele und auch dem Körper gut – allen voran den Atemwegen und der Haut. Alles über die Heilkraft des Meeres.

Totes Meer, Nord- oder Ostsee – die meisten Menschen fühlen sich am Meer pudelwohl. Nicht umsonst verbringen viele regelmäßig ihren Urlaub dort. Ein Spaziergang am Meer kann wahre Wunder bewirken: Er entspannt, vertreibt Stress und Sorgen und hebt die Laune. Aber nicht nur der Psyche tun Meeresluft und Meerwasser gut, sondern auch einem angeschlagenen Körper. Denn am Meer herrscht ein ganz besonderes Klima:1,2

Salzige Luft, kühler Wind, Sonne (UV-Licht), kaltes Wasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Reizklima sagen Ärzte dazu, weil auf den Körper starke Klimareize einwirken. Diese sollen den Stoffwechsel und die körperliche Aktivität anregen und so das Immunsystem stärken. Die Luft und das Wasser am Meer entfalten zugleich eine innerliche und äußerliche Wirkung, die gut für die Gesundheit ist: in den Atemwegen durch das Einatmen und auf der Haut, wenn sich dort salzhaltige Tröpfchen ablagern.

Was ist in Meeresluft und Meerwasser enthalten?

Meeresluft enthält einige besondere Stoffe, die sich gesundheitlich förderlich auswirken, unter anderem:3

  • Salz (Natriumchlorid, Kochsalz): Der Salzgehalt von Meeren ist verschieden. Besonders hoch ist er im Toten Meer.
  • Kalium
  • Magnesium
  • Kalzium
  • Sulfat

Wind, Wellen und die Brandung sorgen dafür, dass das Meer feinste Tröpfchen (Aerosole) mit der Luft versprüht. Wer am Meer spazieren geht, atmet diese salzigen Tröpfchen ein. Besonders salzhaltig ist die Luft, wenn Sie direkt an der Brandung stehen. Die Aerosole gelangen in den Nasen-Rachen-Raum und in die tieferen Atemwege. Auch auf der Haut lagert sich das Salz ab.

Meeresluft lindert Atemwegsbeschwerden1,4,5

Die feuchte, kühle und salzhaltige Luft am Meer wirkt sich positiv bei Atemwegserkrankungen aus. Sie fördert die Durchblutung, zum Beispiel der Schleimhäute in den Atemwegen. So werden diese widerstandsfähiger gegenüber Keimen und Infektionen. Salz löst zudem den Schleim in den Atemwegen und er lässt sich leichter abhusten. So können Sie wieder besser durchatmen.

Einige Beispiele von Beschwerden, bei denen salzhaltige Meeresluft hilfreich sein kann:

  • Asthma bronchiale:1
    Bei Asthmatikern ist die Bronchialschleimhaut chronisch gereizt und entzündet. Sie schwillt an, produziert verstärkt Schleim und die Bronchien verengen sich. Dadurch bekommen Betroffene schlecht Luft. Atemnot ist ein häufiges Symptom.
  • Chronische Bronchitis:1
    Die Atemwege sind dauerhaft entzündet. Patienten leiden besonders unter Husten und Auswurf.
  • Nasennebenhöhlenentzündung:4
    In den Nebenhöhlen befinden sich Keime (Bakterien, Viren), die Entzündungen der Nasenschleimhäute auslösen. Die Nebenhöhlen verstopfen zunehmend und werden schlechter belüftet. Betroffene haben Schwierigkeiten mit der Atmung.
  • Heuschnupfen (Pollenallergie):5
    Betroffene reagieren überschießend auf eigentlich harmlose Pollen verschiedenster Bäume, Sträucher, Gräser oder Blumen. Meeresluft ist arm an Pollen und anderen Reizstoffen. Dies ist auch der Grund, warum Ärzte Pollenallergikern einen Urlaub am Meer oder in den Bergen empfehlen, wenn „ihre“ allergieauslösende Pflanze blüht.

Meeresluft und Meerwasser sind gut für die Haut

Das Salz aus der Meeresluft schlägt sich auch auf der Haut nieder. Salz wirkt leicht entzündungshemmend, löst abgestorbene Hautschuppen (wirkt wie ein Peeling) und zieht Flüssigkeit aus der entzündeten Haut. Zudem enthält die Luft viel Feuchtigkeit, die sich auf eine trockene, raue Haut positiv auswirkt. Und eine (maßvolle) UV-Strahlung (Heliotherapie) lindert Hautprobleme ebenfalls. Auch Bäder im Salzwasser helfen bei verschiedenen Hautkrankheiten. Sowohl kalter Wind als auch kühles Wasser lindern den Juckreiz, der viele Patienten mit kranker Haut quält. Und: Kälte härtet ab und stärkt das Immunsystem.

Einige Beispiele für Krankheiten, auf die sich ein Aufenthalt am Meer positiv auswirkt:

  • Neurodermitis (atopische Dermatitis):6
    Bei Neurodermitikern rebelliert die Haut. Ekzeme, trockene Haut und quälender Juckreiz sind typisch für die entzündliche Hautkrankheit, die oft in Schüben verläuft. Meist macht sich die Hautkrankheit schon in jungen Jahren bemerkbar.
  • Schuppenflechte (Psoriasis):7
    Sie zählt zu den Autoimmunerkrankungen, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet – in diesem Fall die Haut. Es bilden sich rote Flecken und silbrige Schuppen und Betroffene leiden unter starkem Juckreiz. Auch die Schuppenflechte verläuft in Schüben. Sonne und Meer wirken sich bei den meisten Psoriasis-Patienten günstig auf die Beschwerden aus.

Meer hilft auch gesunden Menschen8

Auch gesunde Menschen profitieren offenbar vom Aufenthalt am Meer, denn ihre Leistungsfähigkeit und Fitness steigen, wie Forscher der Universität Kiel herausgefunden haben. Wer am Strand spazieren geht, muss sich nämlich mächtig anstrengen: Das Laufen im weichen Sand und gegen eine steife Brise kostet mehr Kraft, als wenn Sie auf Beton spazieren gehen. So sind Sie körperlich aktiv, obwohl sie keinesfalls Joggen. Die meisten Strandgänger treiben also am Meer auch unbewusst Sport.

Quellen: