So kommen Kinder sicher zur Schule

03.09.2019 | Gesundheitstipps

Der zunehmende Straßenverkehr und der Weg zur Schule bergen einige Gefahren für Kinder und Jugendliche. Lesen Sie, wie Ihr Kind sicher ins Klassenzimmer gelangt.

Schulkinder, Gefahren auf dem Weg zur Schule

LKWs, Autos, Busse, Räder, E-Scooter oder E-Bikes: Auf deutschen Straßen drängeln sich immer mehr Fahrzeuge verschiedenster Art, die sich die Straßen und Radwege teilen müssen. Für Kinder auf dem Schulweg kann dieses erhöhte Verkehrsaufkommen gefährlich sein, wie ein Blick in die Unfallstatistik1 zeigt: Mehr als 109.300 Kinder und Jugendliche verunglückten im Jahr 2017 auf dem Schulweg. Sie waren zu Fuß, mit dem Rad oder in einem Auto unterwegs. Etwa die Hälfte aller Schulwegunfälle geschah jedoch mit dem Fahrrad.2 Und 38 Unfälle endeten sogar tödlich. Nach wie vor ist der Schulweg also eine Strecke mit erhöhtem Gefährdungspotenzial. Noch höher liegen die Zahlen der Unglücke bei Kindern und Jugendlichen, wenn man nicht nur den Schulweg, sondern den gesamten Straßenverkehr betrachtet.2

Sicher in die Schule – die Angst der Eltern läuft mit

Viele Eltern bangen daher um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg. Dies belegt auch eine Umfrage des ADAC.3 Rund 80 Prozent der Eltern haben Angst, wenn sich ihr Grundschulkind ohne Begleitung eines Erwachsenen zur Schule aufmacht. Als Gründe nannten sie unter anderem:

  • fehlende Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer
  • mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beim Überqueren von Straßen, etwa fehlende Ampeln oder Zebrastreifen
  • Sichthindernisse
  • schlechte Beleuchtung
  • hohes Verkehrsaufkommen in der Stadt

Verkehrsregeln lernen – Sicherheit auf dem Schulweg gewinnen

Daher liefern viele Eltern ihren Nachwuchs inzwischen gleich selbst mit dem Auto vor der Schultüre ab. Dabei missachten viele „Elterntaxis“3,4 selbst die Verkehrsregeln und sind keine guten Vorbilder für ihre Kinder: Sie fahren häufig zu schnell in Zonen mit Tempolimits, vollführen gefährliche Wendemanöver, blockieren Bushaltestellen oder parken im Halteverbot, auf dem Zebrastreifen oder in zweiter Reihe. Das provoziert wiederum Staus und kann Unfälle verschiedenster Art nach sich ziehen. Elterntaxis sind nicht nur eine Gefahr für die eigenen, sondern auch für andere Kinder und weitere Verkehrsteilnehmer. Der ADAC fordert daher, besondere Hol- und Bringzonen für Elterntaxis einzurichten.

Doch Kinder und Jugendliche können ihren Weg zur Schule durchaus alleine bestreiten.5 Sie sollten es sogar! Denn so lernen die Sprösslinge viel schneller, welche Verkehrsregeln gelten, wie sie sich im Straßenverkehr richtig verhalten, Gefahrensituationen besser einzuschätzen und sich sicher durch den Verkehrsdschungel zu bewegen.

Unfällen vorbeugen – 7 Tipps für den Schulweg3,4,5

  • 1. Eltern sollten den zukünftigen Schulweg gemeinsam mit Ihrem Kind schon vor dem Ende der Ferien austüfteln und festlegen. Das gilt für den Weg zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • 2. Achten Sie bei der Planung des Schulwegs darauf, dass Sie verkehrsreiche, unübersichtliche Straßen und Kreuzungen oder andere riskante Stellen vermeiden. Suchen Sie lieber einen Schulweg, der weniger Gefahren birgt – auch wenn er einige Meter länger ist.
  • 3. Sorgen Sie morgens vor dem Gang zur Schule dafür, dass keine Hektik ausbricht und sich Ihr Kind entspannt auf den Weg machen kann.
  • 4. Begleiten Sie Ihr Kind in den ersten Wochen auf dem Weg zur Schule. So können Sie ihm erklären, worauf es achten soll. Außerdem haben Sie so die Möglichkeit, schnell einzugreifen, wenn Ihr Kind selbst oder ein Autofahrer, Radler oder anderer Fußgänger etwas falsch gemacht haben.
  • 5. Verkehrsregeln erklären und einüben: Für manche Radfahrer oder Fußgänger sind zum Beispiel rote Ampeln kein Grund, um stehenzubleiben. Belehren Sie Ihr Kind, dass es so lange wartet, bis die Ampel auf Grün springt – selbst wenn kein Auto in Sicht ist. Zeigen Sie Ihrem Kind auch, wie es sicher einen Zebrastreifen überquert, oder erklären Sie ihm, dass Autofahrer Fußgängerüberwege manchmal schlecht einsehen können.
  • 6. Wenn sich Ihr Kind die ersten Male alleine zur Schule aufmacht, folgen Sie ihm von Zeit zu Zeit unbemerkt. So erkennen Sie, wie sicher es sich im Straßenverkehr bewegt und ob es wirklich den gemeinsam festgelegten Weg einschlägt.
  • 7. Bei jüngeren Kindern befestigen Sie am besten Reflektoren an der Kleidung und der Schultasche. Auto- oder Radfahrer nehmen sie so besser wahr, vor allem in den dunkleren Jahreszeiten Herbst und Winter. Ihr Kind ist somit besser vor anderen Verkehrsteilnehmern geschützt.

Tipps fürs Radfahren zur Schule3,4,5

Radfahren zur Schule ist zwar schneller, birgt aber noch mehr Gefahren als zu Fuß zu gehen. Einige Tipps für jüngere und ältere Kinder:

  • Kinder im Grundschulalter sollten noch nicht selbst mit dem Fahrrad in die Schule fahren. Denn sie überblicken den Straßenverkehr noch nicht und die Anforderungen sind zu hoch: Verkehrszeichen kennen, Verkehrsregeln beherrschen, sicher fahren und vorausschauend radeln. Denn auch anderen Verkehrsteilnehmern unterlaufen manchmal Fehler. Jüngere Kinder können noch nicht angemessen darauf reagieren. Zudem lassen sie sich leicht ablenken und ein Unfall ist schnell passiert.
  • Wenn ältere Kinder mit dem Rad zur Schule fahren, gilt: Helm tragen und Fahrrad regelmäßig technisch überprüfen (Bremsen, Licht, Sicherheitsreflektoren etc.). Kinder bis zum achten Lebensjahr dürfen nur auf dem Geh- oder Radweg fahren. Zwischen acht und zehn Jahren dürfen sie sowohl den Geh- oder Radweg, aber auch die Straße benutzen. Erst danach müssen sie auf dem Radweg oder der Straße fahren. Ein Tipp: Radeln Sie anfangs zur Sicherheit mit!

Quellen: